Dienstag , 31 Mai 2016

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Lass das mal den Papa machen!

Jan Jagla geht in seine mittlerweile dritte Saison beim FC Bayern Basketball. Mit ganz neuer Rolle - beruflich und privat.

Als “Rakete” hatte Uli Hoeneß Jan-Hendrik Jagla im Sommer 2011 angekündigt, als einen der großen neuen Stars beim damaligen Bundesliga-Aufsteiger FC Bayern Basketball. Und eine Rakete wollte Jagla sein, eine Rakete hatte sich auch das Umfeld erwartet. So richtig durchgestartet ist der damals 30-Jährige mit dem FC Bayern aber nie.

“Die Situation, als ich zum ersten Mal zum FC Bayern gekommen bin, war eine ganz andere als jetzt: Ich kam von einem Euroleague-Team zu einem Aufsteiger, wenngleich einem sehr ambitionierten. Ich war noch jünger und wollte ein sehr, sehr wichtiger Spieler sein”, sagt Jagla (33) heute. “Aber gerade die erste Saison war nicht einfach für mich. Ich tat mich schwer, meine Rolle zu finden.”

Im Sommer 2014 hat Jagla also erneut beim FC Bayern unterschrieben, ist wieder mit seinem Schwiegervater und Trainer Svetislav Pesic sowie seinem Schwager Marko, Geschäftsführer und Sportdirektor, vereint. Aber Jaglas Aufgabe ist nun eine ganz andere. Er steht nicht mehr unter dem Druck, unter dem eigenen Anspruch, die Mannschaft stets tragen zu müssen. Und wir auch nicht mehr daran gemessen.

“Mittlerweile bin ich 33 Jahre alt und weiß, dass ich eine andere Rolle annehmen kann: Ich muss keine 25 Minuten mehr spielen. Ich kann auch in zehn oder 15 Minuten wichtige Impulse setzen und Energie von der Bank bringen”, sagt Jagla. In Berlin, bei Bayerns Finalgegner der vergangenen Saison, hat Jagla bewiesen, dass er ein ganz wichtiger Spieler sein kann. Auch aus dem Hintergrund, auch mit längeren Aufenthalten auf der Bank.

Wenn Jagla jedoch auf dem Feld stand, dann war er ungemein engagiert, gerade beim Rebound – und traf seine Dreier mit 40,3-prozentiger Quote. Er fühlte sich sichtlich wohl beim Vizemeister, spielte zwar im Schnitt nur 14:34 Minuten – aber die effektiv und aggressiv. Nicht weniger erwarten die Bayern nun auch in München von ihm.

Und mehr noch: “Ich kann auch abseits des Parketts helfen, natürlich versuche ich die jüngeren Spieler in der Mannschaft zu unterstützen”, sagt Jagla. In Berlin hat das in der vergangenen Saison sehr gut geklappt: Diese Intensität möchte ich auch jetzt wieder zeigen, in einer Mannschaft, die noch tiefer besetzt ist.”

Die Vorbereitung des FC Bayern hat verheißungsvoll begonnen, mit zwei Titeln: Zuerst bei der Krombacher Challenge in Hagen, dann beim Turnier in Mulhouse. “Es macht großen Spaß, in dieser Mannschaft zu spielen”, sagt Jagla, “da wächst ein echt gutes Team heran.” Als ältester (33 Jahre) und nach Robin Benzing zweit-dienstältester (zwei Saisons) Spieler beim FC Bayern ist es nun auch seine Aufgabe, dieses Team großzuziehen.

Jagla ist also nun so etwas wie der Papa auf dem Parkett. Daneben bald sowieso: Mit seiner Frau Ivana, eben die Tochter von Svetislav Pesic, erwartet er sein erstes Kind. Das Mädchen soll Mitte November auf die Welt kommen. “Wir freuen uns schon alle sehr auf unseren Nachwuchs”, sagt Jagla.

Die kleine neue Familie Jagla selbstverständlich, die große Familie Pesic sowieso. Marko wird Onkel, Svetislav zum zweiten Mal Großvater. “Ich weiß, dass mein Schwiegervater sehr gerne Opa ist, die Rolle gefällt ihm”, sagt Jagla, der nun doppelt in der Verantwortung steht: Als erfahrener Anführer mit seiner Mannschaft, als junger Vater zu Hause.

Ganz nach dem Motto: Lass das mal den Papa machen!

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über Julian Galinski

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