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Donnerstag, Dezember 8, 2022

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Ratiopharm Ulm – der Kader für 2014/15

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In der vergangenen Saison verpasste ratiopharm Ulm nach zwei Halbfinalteilnahmen in Folge dieses Mal den Einzug ins Halbfinale. Im Viertelfinale war gegen ALBA Berlin Endstation. Die Ulmer zogen ins Pokalfinale ein und hatten auch dort das Nachsehen gegen die Hauptstädter. Im Eurocup spielte Ulm eine ordentliche Saison, scheiterte aber im Achtelfinale an Hapoel Jerusalem. Einige Spieler zeigten nicht die gewünschte Leistung, die anderen forderten zu viel Geld für die kommende Saison und deswegen gibt es so viele Abgänge. In der kommenden Saison haben die Ulmer eine tiefe Guard-Rotation, was wohl daran liegt, dass man eine mögliche Verletzung von Tommy Mason-Griffin gleich auffangen will. Obwohl die Kaderplanung eigentlich abgeschlossen war, reagierten die Ulmer doch noch und verpflichteten mit Tim Ohlbrecht einen starken deutschen Center.

Headcoach: Thorsten Leibenath

Zugänge: Jaka Klobucar (KK Krka Novo Mesto), Isaiah Philmore (Xavier University of Cincinnati), CJ Harris (MHP Riesen Ludwigsburg), Sören Fritze (Phoenix Hagen), Boris Savovic (FC Bayern Basketball), Maarten Leunen (Pallacanestro Cantù), Tim Ohlbrecht (Fort Wayne Mad Ants)

Abgänge: Kay Gausa (Oettinger Rockets Gotha), Till-Joscha Jönke (Walter Tigers Tübingen), Edgar Sosa (Dinamo Basket Sassari), Daniel Theis (Brose Baskets Bamberg), Matt Howard (SIG Straßburg), Cameron Long, Trent Plaisted, Keaton Nankivil (alle Ziel unbekannt)

Point Guards: Per Günther / Tommy Mason-Griffin / Sören Fritze

Per Günther unterschrieb vor der vergangenen Saison einen Zweijahresvertrag, sodass dies sein letztes Vertragsjahr ist. Nach einer mäßigen Saison und schwachen Playoffs muss er sich wieder steigern und das Team führen. Tommy Mason-Griffin ist wohl eine der größten Wundertüten der kommenden Saison. Nach zwei Jahren ohne Pflichtspiel muss er schnell Leistung zeigen und Günther gut vertreten, wenn dieser mal einen schwachen Tag oder Foulprobleme hat. Griffin muss zudem die Lücke von Scharfschütze Eddy Sosa schließen. Während Sosa größtenteils ein Shooter war, ist Griffin ein starker Guard-Verteidiger mit solidem Distanzwurf und sehr gutem Zug zum Korb. Zudem hat er ein gutes Auge für den Mitspieler. Fritze wird nur der Kaderfüller anstelle von Jönke sein und Garbage-Time-Minuten bekommen.

Sollte Griffin zu alter Form zurückfinden, haben sich die Ulmer verstärkt, sonst ist der Sosa-Abgang mit einem schwächeren Griffin als vor seiner Verletzung nicht zu kompensieren.

Shooting Guards: Jaka Klobucar / CJ Harris

Die beiden Shooting Guards ersetzen den in der vergangenen Saison offensiv enttäuschenden Cam Long und Philipp Schwethelm, der in der kommenden Saison als Small Forward auflaufen wird und nur in Notfällen auf der Zwei aushelfen soll. Jaka Klobucar kommt als Finals-MVP der slowenischen Liga nach Ulm. Der slowenische Nationalspieler wird wohl auch an der Weltmeisterschaft teilnehmen und erst später zum Team stoßen. Klobucar ist kein guter Distanzwerfer, da kann man ihm schon den einen anderen Wurf gewähren. Dafür beherrscht er alles andere. Seinen Midrange Jumper trifft er sehr sicher. Auch sein Zug zum Korb ist sehr stark. Zudem ist Klobucar für einen Shooting ein sehr guter Passer. Außerdem reboundet er für einen Guard überragend. In der Defense ist er ein Kettenhund, der seinem Gegenspieler alles abverlangt. CJ Harris dagegen ist nicht so ein starker Verteidiger, aber auch kein schwacher. Harris ist ein sehr guter Distanzwerfer und hat in der vergangenen Saison den 3-Punkte-Contest gewonnen.  Der US-Amerikaner trifft auch von der Mitteldistanz sehr gut und kann zum Korb ziehen.

Auf der Zwei sind die Ulmer definitiv stärker als in der vergangenen Saison. Sollten sie einen Verteidiger und Slasher brauchen, spielt Klobucar. Brauchen sie jemanden fürs Spacing, steht Harris auf dem Court. Klares Upgrade zum Vorjahr.

Small Forwards: Will Clyburn / Philipp Schwethelm / Adam Hess

Letztes Jahr spielten nur Clyburn und Hess als Small Forwards, nun sollte auch Schwethelm Minuten auf der Drei bekommen. Bei Clyburn hat man genau gesehen, wieso es bei ihm nicht für die NBA reicht. Er ist der Mann ohne Jumpshot. Natürlich trifft er den einen oder anderen Wurf, er trifft aber viel zu selten. Clyburn ist athletisch, ein guter Verteidiger und seinen Zug zum Korb kann man nur schwer aufhalten. Zudem reboundet er auch ordentlich. In der Offseason soll der US-Amerikaner ein paar kg Muskelmasse draufgepackt haben und physisch noch stärker sein, als er ohnehin schon war. Schwethelm ist einer der besseren Deutschen in der Liga, war aber in der vergangenen Saison ziemlich unkonstant. Auch er scheut sich meistens, zum Korb zu ziehen und den Körperkontakt zu suchen. Er scort fast nur durch Jumpshots. Schwethelm ist auch für wilde Würfe aus der Distanz gut. Der dritte im Bunde ist Adam Hess. Der Deutsch-Amerikaner war nach seiner starken Saison in Hagen ein Schatten seiner selbst. Er ist als Spot-Up Shooter bekannt. Die Würfe, die der Forward bekam, fielen nicht wirklich. Er wird wohl in der kommenden Saison nicht viele Minuten sehen. Eventuell darf Hess auch auf der Vier ran.

Nachdem Ulm mit beiden Small Forwards weitermacht und mit Schwethelm eine weitere Alternative besitzt, kann die Drei nicht schlechter besetzt sein als im Vorjahr. Sollte Schwethelm konstant den Dreier treffen, haben sie somit eine weitere Waffe.

Power Forwards: Maarten Leunen / Isaiah Philmore

Maarten Leunen ist ein Hochkaräter. Auch die Bamberger waren schon an ihm dran, letztendlich bekam Josh Duncan in „Freak City“ den Vorzug. Leunen wollte nach fünf Jahren bei Cantù eine neue Herausforderung, die er in Ulm bekommt. Er wird den Abgang von Shootingstar Daniel Theis kompensieren müssen. Leunen ist ein besserer Werfer und Verteidiger als Theis. Im Shotblocking und in der Athletik hat Theis Vorteile. Der Leunen-Backup wird Isaiah Philmore. Er wird die Rolle von Keaton Nankivil übernehmen. Philmore ist ein Deutsch-Amerikaner und schon deswegen wertvoll. Er wird bald 25 und hat noch keine Erfahrung im Profibereich. Zudem ist er ein sehr schwacher Werfer aus der Distanz. Der Mitteldistanzwurf ist viel besser als der Dreier. In der Zone scort Philmore gut. Zudem ist Philmore ein ordentlicher Rebounder und guter Verteidiger.

Leunen wird wohl knapp 30 Minuten spielen müssen, da man nicht weiß, wie Philmore sich zurechtfinden wird. Das Duo Theis/Nankivil war definitiv besser als Leunen/Philmore. Deswegen ist es ein Downgrade gegenüber dem Vorjahr.

Center: Boris Savovic / Tim Ohlbrecht / Jonathan Maier

Trent Plaisted und Matt Howard haben die Ulmer verlassen. Beide haben ihre Stärken eher in der Verteidigung. Wobei Plaisted gegen offensivstarke Center Probleme hatte und selber in der Offense keinen Jumpshot besitzt und auch in der Zone nicht gut gescored hat. Kurz gesagt: Er war eine Enttäuschung. Matt Howard war nach holprigem Start eine wichtige Stütze und sehr dominant in der Zone. Sein Abgang könnte weh tun. In der kommenden Saison könnte Boris Savovic der Starting Center werden. Der Serbe ist ein guter Werfer, schnell, reboundstark und besitzt ein überragendes Ballhandling für einen Big Man. Zwar ist er körperlich den meisten Big Men unterlegen, dafür kann er sie mit seinem Outside-Shooting rausziehen und mit seiner Schnelligkeit an ihnen vorbeigehen. Der andere Center wird Tim Ohlbrecht sein. Er könnte Savovics Gegenpart sein und für Präsenz in der Zone sorgen, sowohl offensiv, als auch defensiv.

Mit Savovic und Ohlbrecht haben die Ulmer ein sehr starkes Center-Duo. Das ist ein Upgrade zum letzten Jahr, da Plaisted eine sehr schwache Saison spielte. Beide könnten sich die Minuten auf der Fünf teilen.

Die Ulmer könnten Smallball spielen, wie wir es von Phoenix Hagen kennen. Wie Savovic sich als Center schlagen wird, wird interessant zu sehen sein. Mit Ohlbrecht können sie dann auch einen echten Center aufbieten. Damit können sie auch gut variieren und besitzen viele Waffen. So kann auch Savovic beispielsweise auf der Vier aushelfen. Wie die Neuzugänge Klobucar, Philmore und Leunen in der Beko BBL einschlagen werden, ist fraglich. Im Normalfall wird ratiopharm Ulm aufgrund der Kadertiefe die Playoffs erreichen und könnte im Kampf um den Heimvorteil ein Wörtchen mitreden. In der EuroChallenge könnten die Ulmer mit diesem Kader ein Wörtchen um den Finaleinzug mitreden.

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Enes Cakmak
Unser Autor Enes Cakmak ist seit Kindesbeinen Basketballfan. In der NBA fiebert Enes mit den Oklahoma City Thunder. Gefragt nach seinen Lieblingsspielern nennt der Autor Russell Westbrook und D.J. Strawberry

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4 KOMMENTARE

  1. Die Aufteilung der Spieler auf Positionen macht keinen Sinn, für die meisten Jungs im Kader gibt es keine feste Rolle. Schwethelm, Klobucar und Clyburn können sowohl die zwei als auch drei spielen und werden so auch eingesetzt werden. Isaiah Philmore wurde am College vor allem auf der fünf eingesetzt, kann aber bei einem großen Line-Up auch auf die drei und dort gegen schwächere SF aufposten. Er wird jedoch keinesfalls die Rolle von Nankivil übernehmen, da er wie bereits erkannt keinen Distanzwurf hat. Leunen, Savovic, Ohlbrecht und Philmore sind eher PF, außer Maier gibt es in Ulm keinen etatmäßigen Center. Der Frontcourt wird variabel je nach Gegner aufgestellt.

    Die Leistung von Klobucar und Leunen als fraglich einzustufen ist auch recht gewagt, das sind keine Rookies sondern gestandene Spieler. Beide verfügen über viele Jahre Erfahrung in Europa und haben Euroleague gespielt.

    Plaisted war keine Enttäuschung, wer das schreibt hat nicht viele Ulmer Spiele verfolgt. Er hat das gebracht was man sich von ihm erwartet hat, nicht mehr und nicht weniger.

  2. Hi, erstmal danke für deinen Kommentar.
    Wir haben es so geplant, dass wir die jeweiligen Positionen der Teams vorstellen und deswegen haben wir die Spieler einer Position zugeordnet. Dein Argument kann ich nachvollziehen, es gibt viele Tweener.
    Klar, Klobucar und Leunen haben eine tolle Vita. Trotzdem kann man nicht vor Saisonbeginn sagen, wie sie spielen werden. Wenn hier steht, der wird einschlagen und er dann floppt, dann liegen wir falsch. Da dies auch keine Kolumne ist, wo die eigene Meinung gilt, müssen wir sachlich bleiben.
    Ich habe viele Spiele von Plaisted gesehen. Mir hat er gar nicht gefallen. Die Ulmer brauchen Firepower und dafür ist einer wie Plaisted der falsche Mann.

  3. Wieso schreibst du dass dir Plaisted nicht gefallen hat? Ich dachte das ist keine Kolumne, sondern soll sachlich sein? Du musst dich schon entscheiden ob es um deine Meinung geht, oder um eine objektive Betrachtung. Das Ulmer Management war jedenfalls, wie man bei Lee’s Corner nachlesen kann, von Plaisted in keinster Weise enttäuscht.

    „Trotzdem kann man nicht vor Saisonbeginn sagen, wie sie spielen werden.“
    Ich dachte genau darum geht es in einer solchen Vorschau, in der Experten ihre Einschätzung abgeben? Dass Klobucar und Leunen erfahrene Euro-Spieler sind und man einiges von ihnen erwarten darf, hat nichts damit zu tun ob man objektiv schreibt oder nicht, das ist einfach Fakt. Niemand erwartet Vorschusslorbeeren.

    Im Kader von Ulm gibt es einige Unwägbarkeiten: wie behauptet sich Philmore in seiner ersten Profisaison, wie kommt Ohlbrecht wieder in Europa zurecht, kann Mason-Griffin an seine alten Leistung anknüpfen, usw…Klobucar und Leunen gehören da nicht dazu.

    • Ich respektiere ja deine Meinung.
      Ich habe von einigen Ulmer Fans mitbekommen und auch selber gesehen, dass Plaisted nicht der richtige Center ist. Daher ist dies nicht nur meine Meinung. Das sah man auch in den Spielen. Ulm hatte in den Jahren davor mit einem Center, der eine Range hatte, mehr Erfolg. Das ist Fakt.
      Wenn wir jetzt sagen: „Klobucar und Leunen sind absolute Granaten und werden voll einschlagen“, dann kommen sie aber nicht zurecht, dann werden die ersten kommen und sagen, dass wir den Lesern zwei Granaten versprochen haben. Daher müssen wir vorsichtig sein.
      Das mit Mason-Griffin habe ich bereits bei den Point Guards erwähnt, hätte es aber auch am Ende nochmal schreiben können und Ohlbrecht hätte ich auch erwähnen können.

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