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Dienstag, Oktober 26, 2021

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Ungewohnt offene Einblicke – Bryce Taylor vom FC Bayern Basketball im Interview

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Am Ende eines intensiven Trainingslagers wird BBLProfis.de zusammen mit anderen Pressevertretern eingeladen, um unter anderem den Trainer zu sprechen, das Training zu besuchen und Interviews mit einzelnen Spielern zu führen. In diesem Fall hat sich Bryce Taylor nach Beendigung des Mannschaftstrainings in der Schulsporthalle den Fragen von BBLProfis.de gestellt.

BBLProfis.de: Hallo Bryce, wie geht es dir? Mir ist aufgefallen dass du heute nur gestretched hast.
Bryce Taylor: Mir geht es gut. Ich fange gerade an, meinen Körper auf die Saison vorzubereiten. Ich hatte ein kleines Problem, aber nichts Schlimmes. Für jeden war es ein sehr gutes Trainingslager. Wir haben sehr hart gearbeitet und sind daher auch müde. Jeder kam in sehr guter Verfassung zurück. Besonders John. Gavel ist ein Monster. Im Vergleich zur letzten Saison ist jeder besser in Form, obwohl jeder letztes Jahr schon gut in Form war. Aber in diesem Sommer halt noch mehr. Dadurch wird das Trainingslager auch besser, weil jeder von vornherein das tun kann, was von ihm verlangt wird.

BBLProfis.de: Wie war dein Sommer? Bist du heimgefahren?
Bryce Taylor: Ich hatte einen richtig schönen Sommer. Ich bin für 6 Wochen nach Hause nach Kalifornien gefahren. Ich habe die ganze Zeit mit meiner Familie und Freunden verbracht. Dadurch war es sehr schön.

BBLProfis.de: Letzte Saison gab es anlässlich der Playoff Serie gegen Ludwigsburg ein Interview mit George Karl, in dem er sagte, dass noch vor einigen Jahren der deutsche Basketball eher dem Niveau des amerikanischen College – Basketballs entspräche, jetzt aber deutliche Fortschritte gemacht hätte. Wie siehst du den europäischen Basketball und speziell den deutschen Basketball?
Bryce Taylor: Ich spiele jetzt seit 7 Jahren in Europa. Meine 1. Saison habe ich in Italien gespielt. Und das Level dort ist sehr hoch. In Deutschland ist das Level in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, seit ich hier spiele. (Yassin Idbihi läuft vorbei, und sagt mit breitem Grinsen ins Mikro: blahblahblahblah). Das Level ist stark gestiegen. Man sieht, dass die Kader sich deutlich verstärkt haben. Immer mehr Teams können ihr Budget steigern. Dabei hat sich die Liga als Ganzes verstärkt. Das gilt auch für organisatorischen Standpunkt. Mittlerweile ist jedes Spiel als Livestream zu verfolgen. Du Zuschauerzahlen sind die zweithöchsten in Europa. Darüber hinaus gibt es eine sehr gute Website, dazu noch Twitter. Dadurch ist das Level deutlich angestiegen.

BBLProfis.de: Bevor du aus den USA nach Deutschland gekommen bist, wusstest du etwas über den deutschen Basketball?
Bryce Taylor: Ich habe mich damit nicht befasst, bis ich zu 100% wusste, ob ich gedrafted werde, oder nicht. Ich habe immer gehofft, wenigstens in der 2. Runde gedrafted zu werden. Als dann aber klar war, dass dem nicht so war, habe ich auf Eutobasket.com nachgesehen und habe danach geschaut, wo andere ehemalige College Spieler untergekommen sind. Ich habe mir die Teams angesehen und mich eingehend damit beschäftigt. Damit habe ich ab 2008 begonnen.

BBLProfis.de: Glaubst du, dass der europäische Basketball in den USA mittlerweile einen besseren Ruf hat?
Bryce Taylor: Weißt du, die NBA ist mittlerweile eine immer globaler agierende Liga. Teams aus der NBA kommen mittlerweile nach Europa um gegen europäische Teams anzutreten. Aber ansonsten gibt es eine gewisse Ignoranz gegenüber dem Basketball außerhalb der NBA. Das hat sich aber ein wenig gebessert. Das liegt nicht nur daran, dass NBA Teams gegen europäische Mannschaften spielen, sondern auch daran, dass immer mehr internationale Spieler in der NBA Erfolg haben. Dadurch gibt es mehr Respekt.

BBLProfis.de: Glaubst du, dass europäische Spieler den Basketball der NBA verändert haben?
Bryce Taylor: Ja. Da gibt es Beispiele wie die Spurs mit einem sehr internationalen Kader. Da kann man das dann sehr gut beobachten. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass das Team an erster Stelle steht. Da kann man schon sagen, dass ausländische Spieler einen Einfluss auf ein solches Team haben.

BBLProfis.de: Du hast jetzt für verschiedene Vereine gespielt. Wie siehst du die Organisation von deutschen Teams im Vergleich zu amerikanischen Teams?
Bryce Taylor: In Deutschland ist das Level an Professionalität schon sehr hoch. In den Büros gibt es mehrere Abteilungen. Marketing, Ticketing und all die anderen Bereiche sind super organisiert. Das hat auch mit der deutschen Art zu tun, an solche Dinge heranzugehen. Daher ist die Organisation so professionell. Das ist schon sehr anders zu den Staaten. Ich habe zwar nie in der NBA gespielt, aber im Vergleich zum College schon.

BBLProfis.de: Gefällt es dir, in Deutschland zu leben?
Bryce Taylor: Auf jeden Fall. Deutschland ist mein zweites Zuhause.

BBLProfis.de: Kannst du dir auch vorstellen, hier zu bleiben, nachdem du deine Karriere beendet hast?
Bryce Taylor: Auf jeden Fall. Ich sehe die ganze Situation so wie bei Chris Ensminger. Er ist ein sehr guter Freund von mir. Er ist jetzt ein Coach und in Deutschland bei Oettinger Rockets Gotha.

BBLProfis.de: Bevor du nach Deutschland gekommen bist, kanntest du da schon den Fc Bayern?
Bryce Taylor: Ich kannte nur die Fußballmannschaft, nicht aber die Basketballmannschaft. Ich bin auch kein so großer Fußballfan. Daher wusste ich nur sehr wenig über den Verein.

BBLProfis.de: Wie siehst du deine Rolle im Verein und der Mannschaft? Seitdem Steffen Hamann und Chevon Troutman den Verein verlassen haben, fehlt ein wenig die Identifikationsfigur. Kannst du die Rolle ausfüllen?
Bryce Taylor: Ich kann diese Rolle auf jeden Fall ausfüllen. Ich möchte einer der Führungsspieler in der Mannschaft sein. Ich möchte als gutes Beispiel vorangehen. Ich weiß noch nicht, ob ich Kapitän bin, oder nicht. Das entscheiden Coach Pesic und Marko (Pesic). Auch wenn ich nicht Kapitän bin, möchte ich ein Führungsspieler sein.

BBLProfis.de: Aber du möchtest schon Kapitän werden?
Bryce Taylor: Ich möchte mich dieser Herausforderung stellen. Ob ich Kapitän bin, oder nicht, ich möchte dennoch ein besserer Führungsspieler sein. Die Kapitänsbinde ist nur ein Titel. Ich versuche eine Führungsfigur zu sein.

BBLProfis.de: die Uhrzeit zu der ihr heute trainiert habt, ist das normal? (es wurde zwischen 18.30 Uhr und 21 Uhr trainiert)
Bryce Taylor: Ja durchaus. Wir trainieren ab ca. 18 oder 19 Uhr. Dann aber auch 2-3 Stunden lang. Und das gleiche auch am Morgen. Als 4 Std. jeden Tag. Was du heute im öffentlichen Training gesehen hast, ist, wie wir immer trainieren. Das hält mich fit. Wenn du mit Coach Pesic trainierst, kommst du automatisch in gute Form. Du hast keine Wahl, als in guter Form zu sein. Das ist auch enorm wichtig für ihn. Während der Saison haben wir fast tägliches Wiegen angesetzt. Ich tue das während des Sommers auch.

BBLProfis.de: Ist es nicht schwierig, im Sommer auf seine Ernährung zu achten?
Bryce Taylor: Meine Freundin ist ja auch noch da. Sie achtet da auch auf mich. Ich werde aber auch so langsam älter. Ich bin jetzt 28. Das wichtigste ist, auf die Ernährung zu achten, genauso, wie auf deinen Körper. Wenn du nicht wie gewohnt 4 std am Tag trainierst, ist es natürlich hart, herunterzufahren. Deshalb steige ich auch jeden Morgen nach dem Aufstehen erstmal auf die Waage. Dann entscheide ich, was ich an dem Tag brauche, und ob ich eventuell 1 kg abnehmen muss. Dann wird trainiert. Es ist Teil des Sportprofis, auf seinen Körper zu achten.

BBLProfis.de: Hast du während des Sommers einen Ernährungsplan bekommen?
Bryce Taylor: Ja, habe ich. Darüber hinaus bin ich letzten Sommer zum Arzt gegangen, der mein Blut untersucht hat, und mir gesagt hat, was ich an Ernährung vermeiden sollte. Das behalte ich dann im Hinterkopf. Aber einen ganz genauen Ernährungsplan gibt es nicht. Das hat sich über die Jahre hinweg eingespielt. Ich weiß in etwa, wie viele Kalorien ich täglich zu mir nehmen darf, was für Essen ich vermeiden sollte, um abzunehmen und was ich essen muss, um zuzunehmen. Während der Saison darf ich zwischen 3000 und 4000 Kalorien zu mir nehmen. Ich kann vielleicht ein wenig mehr essen, aber ich esse nicht so gerne so viel. Wenn ich es so handhabe, bleibt das Gewicht gleich, geht vielleicht ein klein wenig runter.

BBLProfis.de möchte sich bei der Gelegenheit für dieses lockere und sehr unkompliziert geführte Interview bedanken.

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Patrick Link
Mein Interesse für den Basketball habe ich von meinem Vater, der selbst aktiv in der Bundesliga gespielt hat. Deshalb habe auch ich im Verein zu spielen begonnen. Seit nunmehr 5 Jahren habe ich eine Dauerkarte für den Fc Bayern Basketball, sehe so gut wie jedes Heimspiel. Ich pflege aber keine Abneigung gegen irgendeine Mannschaft oder einen Spieler.

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