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Artland Dragons – der Kader für 2014/15

Artland Dragons Team 2014-2015

Kontinuität heißt das neue Credo im Artland! Wo in früheren Jahren noch nach Ablauf der Saison im Sommer munter das Stühlerücken begann und sich zumeist nach neuen und erfolgshungrigen ausländischen Spielern umgeschaut wurde, die das Team verstärken und vorherige, nun aber oftmals zu teure, Leistungsträger vergessen machen sollten, darf man nun einen weitestgehend unveränderten Kader bewundern. Neben der kompletten Starting-5(Holston, Graves, Thomas, Hill und King) wurden auch Chad Topper, Bastian Doreth und Guido Grünheid von einem weiteren Engagement in Quakenbrück überzeugt. Und dieses Umdenken vonseiten des Vereines als auch vonseiten der Spieler kommt nicht von ungefähr, sondern hat mehrere Gründe: Ein sehr guter, nach außen immer wieder kommunizierter, Zusammenhalt der Spieler untereinander, eine bessere monetäre Basis des Vereins unter anderem durch die Buyout-Summe des Nate Linhart-Deals und der geringfügigen Aufstockung des Etats sowie besonders begeisternde Playoffs! Während bei der Nachbetrachtung der vergangenen Saison gerne auf erst kurzzeitig Vergangenes verwiesen wird und daher im Falle der Dragons klar das Positive überwiegt, darf man allerdings nicht vergessen, dass bei weitem nicht alles perfekt lief, denn neben Siegen gegen Branchenprimusse wie München oder Oldenburg mussten die Dragons auch empfindliche Niederlagen gegen eigentliche Außenseiter wie Tübingen mit 40 Punkten einstecken und so wurde die Hauptrunde am Ende aufgrund einiger Niederlagen (nur) auf dem siebten Platz abgeschlossen. Vor allem jedoch im Eurocup musste man schon nach der Vorrunde die Segel streichen, da zwei Siege ein Überwintern im europäischen Wettbewerb nicht gewährleisteten. In den Playoffs dagegen das genaue Gegenteil! Wie bereits angedeutet, konnte sich das Team dort enorm steigern und den Seriensieger Bamberg mit 3:1 bezwingen. Auch gegen Alba wäre eine Überraschung im Bereich des Möglichen gewesen, doch die erstickende Verteidigung des Pokalsiegers unter anderem gegen David Holston oder Anthony King sowie einige unnötige Fehler wie z.B. das Foul von Brandon Thomas gegen Reggie Redding kosteten am Ende den Sieg gegen den Hauptstadtverein. Trotz Ausscheiden im Halbfinale zeigten die Spieler der Dragons insgesamt über die Saison gesehen viel Herzblut und neben einigem Schatten sehr viel Licht, was den Drachen-Fan positiv in die Zukunft schauen lässt.

Headcoach: Tyron McCoy

Zugänge: Isaiah Hartenstein (eigene Jugend), Dennis Horner (Bakersfield Jam, USA), David McCray (Telekom Baskets Bonn), Tim Schwartz (BG Karlsruhe), Andreas Seiferth (TBB Trier)

Abgänge: Mustafa Abdul-Hamid (Karriereende), Kenny Frease (Yesilgiresun Belediye, Türkei), Christian Hoffmann (s. Oliver Baskets), Sergio Kerusch (Ziel unbekannt), Acha Njei (Ziel unbekannt), Michael Wenzl (Hamburg Towers)

Point Guards: David Holston / Bastian Doreth

Auf Point Guard alles beim Alten! David Holston wird weiterhin als Playmaker das Geschehen auf dem Parkett der Dragons über 25-30 Minuten entscheidend mit beeinflussen. Während er in der vergangenen Saison zu Beginn häufig versuchte, seine Mitspieler in Szene zu setzen (4,6 Assists) und als umsichtiger Aufbauspieler aufzutreten, stellte er sein Spiel in den Playoffs etwas um, was zu mehr Punkten und mehr Minuten, dafür aber weniger Vorlagen im Schnitt führte. In der regulären Saison war ihm anzumerken, dass er beim Eindringen in die gegnerische Zone noch zu zögerlich agierte und der Dreier nicht immer fallen wollte. Nach Aussagen von Trainer McCoy, der von Holston mehr Selbstvertrauen und Eigeninitiative erwartete, ließ letzterer vor allem in den Playoffs gegen Bamberg seine Scoring- Stärke aufblitzen. Waren es in der RS noch durchschnittlich 11,1 Punkte, schnellte die Punkteausbeute im Viertelfinale auf 16,0 hoch. Gegen Alba Berlin konnte er sich dagegen nicht wirklich gegen Gegenspieler Cliff Hammonds befreien und musste den Spielaufbau in Teilen an Backcourt-Kollege Graves abgeben, was zu einem kleinen Statistikeinbruch führte. In der neuen Saison muss es das Ziel von Holston sein, einen besseren Mittelweg zwischen ,,Egogezocke‘‘ und selbstlosem Ballverteilen zu finden, um dem Team noch mehr zu helfen. Einen Teil der Arbeit als Aufbauspieler wird auch auf Bastian Doreth abfallen. In etwas mehr als 15 Minuten soll er dafür sorgen, dass der Ball sicher in die Halfcourt-Offense gebracht wird um dort meist als Spot-Up-Shooter vom Perimeter fungieren, was ihm in der vergangenen Saison gut gelang mit einer Trefferquote von über 40% hinter der Dreierlinie. Des Weiteren soll er dem Team als Rollenspieler in den begrenzten Minuten wichtige Energie geben und mit viel Einsatz verteidigen. Hauptziel in der Zukunft muss es sein, ein besseres Gefühl für das Spieltempo zu entwickeln und defensive Rotationen besser auszuführen, was zurzeit noch etwas schwer fällt, obwohl, wie bereits erwähnt, grundsätzlich der Einsatz stimmt!

Holston und Doreth haben ihre Stärken weitestgehend in der Offensive und müssen defensiv auf die Unterstützung des ganzen Teams hoffen. Fällt bei Doreth der Wurf und er nimmt den nächsten Entwicklungsschritt und trifft Holston bessere Entscheidungen, wie gegen Bamberg bereits gezeigt, sind die Dragons auf der Point-Guard Position gut aufgestellt und haben sich im Vergleich zum letzten Jahr nicht verschlechtert, obwohl Hoffmann den Verein verlässt.

Shooting Guards: Antonio Graves / David McCray

Defense heißt das Zauberwort! Sowohl Graves als auch McCray in Bonn haben bereits gezeigt, dass sie in diesem Bereich ihre große Stärke besitzen. Ersterer konnte jedoch auch am anderen Ende des Feldes durchaus überzeugen, obwohl der Dreier nicht immer konstant fallen wollte. Durch sein gutes Ballhandling sowie sein solides Halbfeldspiel ist er ein guter Fit für die Dragons, da er auch mit den offensivstarken Point Guards bestens harmoniert. Produziert er weiterhin verhältnismäßig wenige Turnover (1.3 pro Spiel) und erhöht seine Reboundausbeute, wird er auch im zweiten Jahr bei den Dragons ein wichtiger und nicht zu unterschätzender Bestandteil der Starting-5 sein. Von der Bank kommen wird dagegen David McCray. Der Neuzugang mit deutschem Pass hat bereits in Ludwigsburg unter McCoy in der BBL gespielt und dort seine Klasse nachgewiesen. Letzte Saison in Bonn erzielte er in etwas mehr als 14 Minuten 4,7 Punkte im Durchschnitt. Wenngleich er defensiv überdurchschnittlich gut ist, muss es das Ziel des Guards sein, seinen Distanzwurf (22.7%) wieder zu stabilisieren und auch seine Freiwurfquote (46.3) nach oben zu schrauben.

Mit Graves besetzt ein Spieler aus der Vorsaison den Starting Spot auf SG. Steigert er seinen offensiven Output und verteidigt weiterhin so wie gewohnt, ist er im Backcourt sicherlich kein angenehmer Gegenspieler. Mit David McCray ist den Dragons eine gute Verpflichtung gelungen, vor allem weil dieser einen deutschen Pass besitzt. Mit seinem leidenschaftlichen Einsatz kann er dem Team weiterhelfen, offensiv hat er Steigerungspotenzial! Insgesamt also ein Upgrade, da im letzten Jahr kein echter Shooting-Guard Backup zur Verfügung stand!

Small Forwards: Brandon Thomas / Chad Topper / Tim Schwartz

Normalerweise müsste hier über Nate Linhart berichtet werden, da dieser bereits einen Vertrag in Quakenbrück unterschrieben hatte. Als aber der europäische Spitzenverein aus Tel Aviv anklopfte und sein Interesse am defensivstarken Forward bekundete, muss ein Umdenken bei besagtem Spieler stattgefunden haben. Nach einigen ereignisreichen Tagen, in denen über diverse Ausstiegsmöglichkeiten diskutiert und verhandelt wurde, kam man schlussendlich zu der Ansicht, dass es sowohl für den Verein als auch für den Spieler das Beste sei, den Arbeitskontrakt aufzulösen und für diesen sogenannten Buyout eine stattliche Summe zu kassieren. Dieses Geld wiederum wurde unter anderem in einen Spieler investiert, der vielen Fans in Deutschland mittlerweile ans Herzen gewachsen ist. Es handelt sich hierbei natürlich um Brandon Thomas, einen Allrounder, der sowohl von der Dreierlinie als auch in der Zone abschließen kann und aus dem Pick‘ n‘ Roll eine gefährliche Waffe darstellt. Defensiv weiß er seinen bulligen Körper einzusetzen und verteidigt im Teamverbund sehr solide sowohl gegen Guards als auch gegen Forwards und schnappt sich den einen oder anderen Rebound. Die Backup Rolle hinter Thomas übernimmt auch im zweiten Jahr Chad Topper. Der Amerikaner mit deutschem Pass hat bewiesen, dass er einer der besten Distanzschützen (43.8%) und einer der besseren Spieler der BBL mit deutschem Pass ist. Auch defensiv kann Topper überzeugen, wenngleich er nicht mit der besten Athletik und Schnelligkeit gesegnet ist. Steht er auf dem Feld, eröffnen sich viele Räume für die Mitspieler, die diese zu nutzen wissen. Ziel des Trainer muss es daher in der kommenden Saison sein, noch mehr Spielsystem für Topper zu entwickeln, aus denen entweder freie Dreier für den Spezialisten oder einfache Würfe für die Mitspieler resultieren. Durchaus möglich ist, dass zugunsten von Topper die Minuten vom 30-jährigen Thomas etwas gesenkt werden, damit letzterer in der Schlussphase mehr Energie hat als in manch anderen Spielen vergangener Tage. Ohne große Hoffnung auf Minuten dagegen tritt Tim Schwartz die Reise aus Karlsruhe ins Artland an. Als zwölfter Spieler in der Rotation muss er vor allem im Training zeigen, was er kann und hoffen, dass Spiele frühzeitig entschieden werden, damit er Garbage-Time-Spielzeit bekommt.

Mit Brandon Thomas und Chad Topper konnten wichtige Säulen der vergangenen Saison gehalten werden. Dazu stößt mit Schwartz jemand, der vor allem aufgrund der 6+6 Regel verpflichtet wurde. Im Vergleich zu Acha Njei, der im letzten Jahr noch in Diensten der Dragons stand, fällt Schwartz minimal ab. Große Auswirkungen wird dieser Tausch allerdings nicht haben, sodass man hierbei nicht von einem sonderlichen Downgrade sprechen kann. Im Großen und Ganzen also ist das Leistungsniveau auf der Position des SF gleichgeblieben.

Power Forwards: Lawrence Hill / Dennis Horner / Guido Grünheid / Isaiah Hartenstein

Auf dieser Position tummelt sich sowohl Qualität als auch Quantität im Kader! Lawrence Hill war einer der positiven Neuentdeckungen des letzten Jahres und konnte durch sein starkes Allroundgame punkten. Auch sein Dreier fiel im Vergleich zur vorherigen Station grandios gut(48,7%). Während Grünheid im März verletzt ausfiel, musste Hill noch mehr Verantwortung übernehmen und spielte weiterhin gut und effizient. In diesem Jahr bekommt er mit Dennis Horner einen weiteren Spieler an die Seite gestellt, der ihn unterstützen soll. Horner ist im Artland kein Unbekannter, da er bereits Ende 2012 einen befristeten Vertrag unterschrieb. Aufgrund von Verletzungen konnte er jedoch nicht vollends überzeugen, sodass man ihn nicht über den Sommer hinaus verpflichtete. Nun möchte er allerdings in gesundem Zustand wieder voll angreifen und den Dragons helfen, auch international besser abzuschneiden. Seine Stärken besitzt der 26-jährige beim Rebound. Des Weiteren gehört ein ordentlicher Jumper zu seinem Repertoire an Scoringmöglichkeiten. Teilweise geht ihm allerdings noch etwas das Spielverständnis ab, was er verbessern muss. Neben Hill und Horner ist auch Guido Grünheid weiterhin ein Bestandteil des Teams. Grünheid ist der älteste Spieler im Kader und soll der Mannschaft auf und außerhalb des Feldes weiterhelfen mit seiner Routine. In seiner limitierten Spielzeit muss er vor allem gut rebounden und, wenn nötig, auch taktische Fouls begehen, welche dem Team helfen können. Schwachpunkt ist seine Freiwurfquote und seine größer werdende Verletzungsanfälligkeit. Als wären die drei beschriebenen Forwards nicht schon genug, haben sich die Dragons auch die Dienste von Nachwuchstalent Isaiah Hartenstein gesichert. Eben jener ist gerade einmal 16 Jahre alt und trotzdem körperlich schon sehr weit und besitzt einen guten Jumper für einen Big Men. Trotz allem Talent wird es dieses Jahr allerdings wohl eher nichts mit Spielzeit, da er hauptsächlich in der NBBL und in der 2. Regionalliga Spielzeit sammeln soll. Im Training kann er allerdings gegen körperlich starke Gegenspieler viel lernen und sein Spiel verbessern. Zu beachten ist auch, dass Hartenstein derzeit noch kein Geld vom Verein kassiert, damit der Collegetraum nicht vorzeitig beendet wird aufgrund der Regularien in den USA.

Auf Power Forward sind die Dragons sehr tief besetzt! Hill als absoluter Leistungsträger wird auch in der neuen Saison überzeugen, Horner muss sich Stück für Stück integrieren und Selbstvertrauen tanken und Grünheid in wenigen Minuten das Beste rausholen. Vor allem im Eurocup wird sich diese Ausgeglichenheit auszahlen! Insgesamt ein klares Upgrade!

Center: Anthony King / Andreas Seiferth

Der Kapitän ist weiterhin an Bord! Anthony King geht in seine vierte Spielzeit und soll die Mannschaft auf dem Feld anführen. Jedes Jahr konnte King sein Spiel bislang verbessern und eine wichtige Rolle einnehmen. Hinter Thomas erzielt er im Durchschnitt die meisten Zähler (11.9) und hat seit Neustem auch einen Dreier im Angebot, der allerdings längst noch nicht ausgefeilt ist. Verlassen kann er sich dagegen auf sein Low-Post Spiel sowie seinen Mitteldistanzwurf. Auch seine Mobilität und seine Freiwurfquote sind für einen Center sehr stark. Gegen Spieler wie den Berliner Radosevic, die einen ähnlichen Spielstil pflegen, hat er allerdings noch Probleme, sich dauerhaft durchzusetzen. Auch Andi Seiferth ist eher ein agiler Center als ein Spieler Marke Kenny Frease. Seiferth hat in Trier gezeigt, dass er aus dem Pick‘ n‘ Roll punkten und seine Gegner vor Schwierigkeiten stellen kann. Zudem kann er mit dem Rücken zum Korb agieren und auch den Mitteldistanzwurf solide treffen. Im Reboundverhalten ist er allerdings teilweise noch zu soft und er muss sich auf eine reduzierte Rolle einstellen. Zusammen mit King bildet er allerdings in der BBL ein starkes Centertandem, was Gegner vor erhebliche Probleme stellen könnte.

King ist weiterhin das Herzstück der Artland Dragons. Seiferth kommt mit guten Leistungen aus Trier und soll den bulligen Kenny Frease ersetzen. Durch den Besitz des deutschen Passes konnten die Dragons auf Power Forward einen weiteren rotationsfähigen Spieler verpflichten, was sehr sinnvoll ist. Alleine dadurch war die Verpflichtung schon ein Gewinn. Im Vergleich zu Frease ist er auf keinen Fall ein Downgrade, sondern mit seiner Vielseitigkeit sogar möglicherweise ein Upgrade, obwohl man die Durchsetzungsfähigkeit von Frease vermissen wird. Allerdings bleibt abzuwarten, wie man gegen Centertypen wie John Bryant aussieht und ob jemand wie Frease nicht der perfekte Gegenpart zu King war. Insgesamt also bleibt die Leistungsfähigkeit auf Center etwa gleich, möglicherweise ist es sogar ein kleines Upgrade!

Die Artland Dragons haben eine klasse Off-Season hinter sich! Alle wichtigen Leistungsträger konnten gehalten werden und auf den deutschen Positionen hat man mit McCray und Seiferth echte Gewinne verpflichten können. Auch in der neuen Saison werden die Dragons wieder von ihrer guten Dreierquote leben und besonders zu Beginn von ihrer Eingespieltheit. Ziel muss es sein, wieder die Playoffs zu erreichen und im Eurocup besser abzuschneiden als im letzten Jahr. Möglicherweise wird dadurch auch das Zuschauerinteresse in diesem Wettbewerb steigen, was wünschenswert wäre. Erreicht man die Playoffs mit einer guten Platzierung und vielleicht sogar mit Heimvorteil, ist den Dragons sehr vieles zuzutrauen!

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Matthias Schmidt
Artland Dragons und Dallas Mavericks Fan.

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