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Dienstag, Juli 27, 2021

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Tops und Flops der Hinrunde

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Tops

Tim Ohlbrecht ( 21:15 min, 12.8 Pkt, 65.3% FG, 5.9 Rebounds, 1.3 Blocks, 16.6 Effizienz )

Was wurde in der Vergangenheit nicht schon alles über Tim Ohlbrecht und dessen Schwächen geschrieben? Zu langsam, zu soft und obendrein zu unreif solle er sein, der 2,10m Mann. Selbst der Versuch, den steinigen Weg über die amerikanische D-League zu gehen, wurde von vielen Beobachtern kritisiert und belächelt. In Ulm haben sie sich von diesen oftmals unreflektierten Aussagen weder verrückt machen noch täuschen lassen und entschieden sich zu einem zugegebermaßen recht späten Zeitpunkt in der Offseason dazu, den gerade ohne vertragliche Bindung dastehenden Center zu verpflichten. Ohlbrecht selbst hatte es satt, vergeblich auf seine Chance in der NBA warten zu müssen und stimmte dem Angebot des BBL-Playoffkandidaten zu. Nun einige Monate später kann man mit Fug und Recht behaupten, dass beide Seiten einen überaus zufriedenstellenden Deal gemacht haben. Ohlbrecht auf der einen Seite, da er massig Spielzeit erhält und ihm eine tragende Rolle im Ulmer Spiel zukommt und auf der anderen Seite der Verein selber, da dieser durch den deutschen Center eine wichtige Waffe in der Offensive und in der Defensive auf seiner Seite weiß. Besonders nach dem Pick n Roll zeigt sich Ohlbrecht effektiv und verwandelt einen Großteil seiner Würfe nahe am Ring. Durch seine Größe und Masse bietet er dem Team von Trainer Leibenath die ansonsten vermisste Rim-Protection und verleiht der ganzen Mannschaft die dringend benötigte Stabilität. Egal ob zu Beginn der Saison von der Bank oder in letzter Zeit vermehrt als Starter gefällt der Big Man durch seine Vielseitigkeit. Selbst die Tür zur Nationalmannschaft scheint trotz der Querelen im Sommer nicht geschlossen zu sein und wird sich aller Voraussicht nach immer weiter Spalt für Spalt öffnen, wenn Ohlbrecht weiterhin diese konstant guten Leistungen aufs Parkett zaubert.

 

Raymar Morgan ( 20:19 min, 16.0 Pkt, 55,7% FG, 5.9 Rebounds, 16.4 Effizienz )

Göttingen spielt bislang eine famose Saison mit frenetischen Fans im Rücken und steht somit nicht zu Unrecht nach 17 Spielen auf Platz 9 und hat eine Chance auf das Top Four in Oldenburg. Neben Veteran El-Amin sorgt vor allem Raymar Morgan für viele positive Schlagzeilen. Der explosive Power Forward ist vor allem im 1-gegen-1 sehr gefährlich und besitzt einen explosiven Antritt. Überdies ist sein Einsatz vorbildlich und beschert ihm viele Offensivrebounds, durch welche der Amerikaner immer wieder einfache Chancen bekommt, am Brett zu punkten. Im Face Up ist Morgan einer der stärksten Spieler der BBL und besitzt facettenreiche Moves. Die stetig ansteigende Spielzeit deutet ohne weiteres darauf hin, dass der All-Star aus Göttingen auch im weiteren Verlauf der Saison einer der besten Individualspieler der Liga sein kann, da er das Vertrauen von Trainer und Mitspielern genießt.

 

Alex Renfroe ( 25:01 min, 9.4 Pkt, 50,5 % FG, 4.8 Rebounds, 4.7 Assists, 14.2 Effizienz)

Wenn es um Alba Berlin geht, dann wird zumeist über Jamel McLean oder Reggie Redding als Eckpfeiler des Teams geschwärmt. Doch heimlich, still und leise hat sich ein weiterer Spieler zu einer tragenden Säule emporgearbeitet und genießt im Management viel Kredit. Die Rede ist von Alex Renfroe, welcher erst aufgrund der Verletzung von Jonathan Tabu nachverpflichtet wurde und nun nur noch schwer aus dem Kader von Sasa Obradovic wegzudenken ist. Renfroe ist ähnlich wie der eben bereits erwähnte Redding ein Spieler, welcher auf dem Feld viele Sachen richtig macht und sehr teamdienlich spielt. Obwohl er eher schmächtig daher kommt, sichert er sich starke 4.8 Rebounds pro Spiel und legt zudem ebenso starke 4.7 Assists auf. Zudem kann er sowohl durch seine enorme Schnelligkeit als auch durch den überraschend sicher fallenden Dreier zu einfachen Punkten kommen. Nun ist es die Aufgabe des Managements von Alba Berlin, darüber zu entscheiden, ob man Renfroe langfristig halten möchte oder wie vor der Saison ausgemacht, mit Tabu planen möchte.

Weitere Tops: Bradley Wanamaker, Ryan Thompson, Adam Chubb, Javon McCrea, Tadas Klimavicius

Flops

Andreas Seiferth ( 15:09 min, 5.9 Pkt, 50.6 % FG, 2.5 Rebounds, 1.7 Turnover, 5.0 Effizienz )

In Quakenbrück war man im Sommer mächtig stolz, dass man in Andreas Seiferth einen deutschen Nationalspieler als Neuzugang präsentieren konnte, welcher sowohl die Qualität als auch die Quantität des Teams stärken sollte. Nun, im Januar angekommen, ist Ruhe eingekehrt um den Center. Für jeden Zuschauer ist mittlerweile offensichtlich, dass der Ex-Trierer wenig Selbstvertrauen verspürt und die Eingewöhnungsphase an den neuen Arbeitgeber sowie an die neue Rolle von der Bank kommend nicht reibungslos von statten gegangen ist. In Quakenbrück wirkt Seiferth wie gelähmt und ist in der Defensive meistens einen Schritt zu langsam. Auch beim Rebounding offenbart er über weite Strecken der Saison große Schwächen, die die eh schon schwach reboundenden Dragons nicht kaschieren können. Headcoach McCoy versucht immer wieder den Neuzugang in das Teamspiel zu integrieren, scheitert bislang aber an diesem Vorhaben. Zwar lässt sich offensiv ein Aufwärtstrend feststellen, am hinteren Ende des Feldes allerdings bleiben weiterhin zu viele Defizite. Ohne einen sichtbaren Formanstieg müssen die Dragons wohl um die Playoffteilnahme zittern und das Engagement vom Center für gescheitert ansehen.

Coby Karl ( 30:22 min, 7.8 Pkt, 31.1% FG, 2.8 Rebounds, 2.6 Assists, 1.7 Turnover, 7.1 Effizienz )

Das Ludwigsburgs Trainer John Patrick nicht viel Wert auf bestehende Verträge und Eitelkeiten einzelner Spieler legt, ist wohl spätestens nach den vielen Nachverpflichtungen in dieser Saison klar. Und nun hat es mit Coby Karl auch einen der ehemaligen Leistungsträger erwischt. Nein, er wurde nicht entlassen, dafür muss er seit der Verpflichtung von DJ Kennedy aber zum Teil in einigen Spielen aussetzen und sich das Spiel von außen als 7. Ausländer anschauen. Rückenprobleme und eine rapide sinkende Trefferquote haben den Abstieg des Playoffhelden aus dem vergangenen Jahr befeuert und ihn ins zweite Glied rücken lassen. Wo in der vorherigen Spielzeit noch Karl der verlängerte Arm des Trainers war, haben jetzt andere Spieler seinen Platz eingenommen. Bei den Fans genießt er dank seinem zweifellos einwandfreien Charakter noch viel Kredit, dieser könnte allerdings nun auch immer weiter schwinden.

Weitere Flops: Larry Gordon, Jonathan Wallace, Yassin Idbihi

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Matthias Schmidt
Artland Dragons und Dallas Mavericks Fan.

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