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Samstag, Juli 31, 2021

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Verrückte NBA Trade – Deadline

NBA Player Cards
Wenn selbst die NBA-Experten in Amerika verwundert dreinschauen wie schon lange nicht mehr und langsam den Überblick über die vielen Spielerwechsel verlieren, dann ist entweder Offseason oder wie am Donnerstag NBA-Trade-Deadline. Letztere verleitet Jahr für Jahr so manche Franchise dazu, überflüssig gewordene Spieler vom Hof zu jagen und für Nachschub in Form von Neuzugängen oder Picks zu sorgen. Dass sich kurz vor Toresschluss allerdings so viele Manager dafür entschieden, Veränderungen am Kader vorzunehmen, überraschte dann doch viele Beobachter. BBLProfis hat sich im Nachgang die Mühe gemacht und die wichtigsten Trades übersichtlich geordnet und diese eingeordnet:

• Goran und Zoran Dragic nach Miami. Norris Cole, Justin Hamilton und Shawne Williams nach New Orleans. Danny Granger, John Salmons und zwei Erstrundenpicks nach Phoenix.

Goran Dragic, der gefeierte Aufsteiger der furios aufspielenden Suns. Sicherer Dreier, Meister des Pick’n’Roll, starker Finisher am Ring und mit einem guten Auge für den Nebenmann. Pässe punktgenau serviert für Mitspieler wie Eric Bledsoe, Miles Plumlee oder Markieff Morris. Seit dieser Saison ist nun auch Isaiah Thomas dabei. Dragic ist also vollkommen zufrieden? Nein, er hat genug gesehen und will weg. Weg vom überladenen Backcourt der Suns und hin in Richtung South Beach. Damit sein Wille wahr wird, musste er allerdings erst öffentlich das Management diskreditieren, die derzeitige Situation als absolut nicht zufriedenstellend hinstellen und eine Verlängerung im Sommer ins Reich der Fabeln verweisen. Eine friedliche Zusammenarbeit war also gar nicht mehr möglich. Als die Heat dann auch noch mit einem schwer abzulehnenden Tradeangebot um die Ecke kamen, war die Sache gegessen. Die Suns stimmten dem Deal zu und ließen den Aufbauspieler gehen. Zwei Erstrundenpicks versüßten den Abschied, der allerdings keinen spielstarken Big Men brachte. Diesen wiederum haben die Heat in Whiteside schon auf Lager und können nun auch im Backcourt mit einem überaus soliden Dragic/Wade-Duo aufwarten. Cole, Hamilton, Williams, Granger mussten dafür ihren Platz räumen. Alles Spieler, die kein Startermaterial darstellen und wahrscheinlich auch nicht mehr werden. Die Pelicans als drittes Team waren jedoch bereit, einen Teil der Spielerflut aufzunehmen und schickten dafür Forward John Salmons zum Konkurrenten nach Phoenix. Im Gegensatz zu den Heat und den Suns sind die Pelicans allerdings nur Nebendarsteller in diesem Trade. Miami muss darauf hoffen, dass der werdende Free Agent im Sommer einen neuen Vertrag unterzeichnet und länger bleibt. Die Suns werden sich an den Picks und den damit verbundenen jungen Spielern erfreuen müssen, wäre da nicht ein weiterer Trade…

• Vier-Team-Trade: Brandon Knight, Marcus Thornton und ein Erstrundenpick zu den Suns. Michael Carter-Williams, Miles Plumlee und Tyler Ennis zu den Bucks. Isaiah Thomas zu den Celtics. Picks nach Philadelphia.

Brandon Knight ist seit Donnerstag ein Teil der Suns-Organisation. Der Ex-Buck ersetzt Goran Dragic und Isaiah Thomas als Aufbauspieler und punktet durch seinen guten Distanzwurf und seine Schnelligkeit. Die Bucks wollten den Combo-Guard noch vor der Deadline veräußern, weil man im Sommer wohl fürchtete, ein entsprechend hochdotiertes Angebot einer Franchise an den werdenden Restricted Free Agent nicht mitgehen zu können. Die Suns kamen da gerade recht aufgrund der klaffenden Lücke im Backcourt und auch die Sixers sahen ihre Chance, einen hohen Pick an Land zu ziehen. Dafür musste man sich vom ROTY Michael Carter-Williams trennen, dem keine Führungsrolle in Philadelphia zugetraut wurde. In Milwaukee haben sie wohl andere Ansichten vom großen Point Guard, denn Trainer Jason Kidd, selber ein Pass-First-Guard und mit Wurfproblemen in der aktiven Zeit, will mit MCW die ohnehin schon starke Defense weiterhin verbessern und ein Team der Zukunft rund um den Greek Freek, Parker und eben jenem Carter-Williams formen. Miles Plumlee und Tyler Ennis können sich zudem zu wertvollen und günstigen Rollenspielern entwickeln. Die Bucks sind trotz des Trades im schwachen Osten immer noch auf Playoffkurs, haben mit Knight aber den Hauptscorer und wohl besten Spieler verloren. Wie sich die Bucks offensiv präsentieren, wird spannend zu sehen sein. Auch in Boston hat sich etwas getan. Dort wiederum bekommt Danny Ainge in Isaiah Thomas seinen Wunschspieler, welchen er schon im vergangenen Sommer nach Boston lotsen wollte. Ein Pick hier, Marcus Thornton da und schon haben die Celtics ihren Willen. Ob Thomas dem vielversprechenden Rookie Marcus Smart Spielzeit wegnimmt, muss sich noch zeigen. Dank seinem langfristigen Vertrag muss man allerdings keinen Abgang des kleinen Point Guards fürchten und kann mit ihm in die weitere Zukunft starten.

• Arron Afflalo und Alonzo Gee im Tausch für Thomas Robinson, Victor Claver, Will Barton und einen Erstrundenpick von Denver nach Portland.

Auch wenn Alonzo Gee sicherlich nicht der Hauptbestandteil des Trades ist, lohnt sich ein Blick auf seine Vita: Im Sommer von Cleveland nach New Orleans, ein paar Tage später zu den Rockets, von dort nach Sacramento, weiter nach Denver und nun nach Portland. Sportliche Heimat Fehlanzeige. Auch beim neuen Arbeitgeber werden keine großen Hoffnungen in den 27 Jahre alten Amerikaner gesetzt. Dafür allerdings umso mehr in den Shooting Guard Arron Afflalo, welcher die schwache Bank der Blazers verstärken soll. Wurde im Vorfeld noch oft der Name Wilson Chandler in einem potenziellen Trade der beiden Franchises ins Spiel gebracht, musste am Ende Afflalo die Koffer packen. Große Ziele hat er auch gleich mitgebracht, denn die Meisterschaft soll es sein. Eine Kampfansage an die große Konkurrenz im Westen, die sich zum Teil ebenso verstärkt hat. Am anderen Ende des Tradces stehen die Denver Nuggets, welche sich über einen Erstrundenpick freuen dürfen. Da das Team vom umstrittenen Coach Shaw eh keine Chance mehr auf die Playoffs sieht, wird der Wegfall von Afflalo nicht groß ins Gewicht fallen. Der Blick geht in die Zukunft. Thomas Robinson wird diese nicht in der Mile High bestreiten, da ein Buyout kurz nach dem Trade vereinbart wurde. Auch Victor Claver und Will Barton werden wohl keine allzu lange und erfolgreiche Zeit in Denver verleben, sondern in der Zukunft ( Sommer )weiter veräußert werden.

• Drei-Team-Trade: Reggie Jackson zu den Pistons. Enes Kanter, Steve Novak, Kyle Singler und D.J. Augustin zu den Thunder. Kendrick Perkins und Picks sowie die Rechte an Tibor Pleiß zu den Jazz.

Kein Nowitzki-Trade, kein Schröder-Trade und auch kein Teamwechsel von Chris Kaman. Und doch war ein deutscher Basketballnationalspieler in einem Drei-Team-Trade involviert! Die Draftrechte vom deutschen Center Tibor Pleiß wechselten nämlich den Besitzer und liegen nun bei den Utah Jazz. Freilich war das nur eine Randnotiz, schließlich wechselte mit Reggie Jackson doch ein wesentlich größeres Kaliber den Verein. Nun für die Detroit Pistons unter Vertrag, soll der Ex-OKC Guard unter Stan van Gundy den neuen Point Guard mimen und das Team gemeinsam mit Center Andre Drummond ( und Greg Monroe? )in eine hoffentlich glorreiche Zukunft mitsamt dem einen oder anderen Playoffauftritt führen. Da der etatmäßige Aufbauspieler Brandon Jennings verletzungsbedingt länger ausfällt und DJ Augustin nun im Westen auf Punktejagd geht, wird Jackson viele Minuten sehen und viel Scoring übernehmen müssen. Genau das wollte er auch in Oklahoma, hatte aufgrund der namhaften Konkurrenz im Team aber einen schweren Stand und negierte ein 48-Millionen-Vertragsverlängerungsangebot der Thunder. Bei diesen hinterlässt er eine kleinere Lücke, die durch Augustin bestens geschlossen wird. Da zudem der offensivstarke Big Men Enes Kanter, Oldie Steve Novak und Scharfschütze Kyle Singler zum Kevin-Durant-Club wechseln, kann GM Sam Presti mit seiner Trade-Ausbeute sicherlich sehr gut leben. Durch das geschickte Einsetzen des auslaufenden Vertrages von Kendrick Perkins konnte genügend Spielraum geschaffen werden, um all diese Verträge aufzunehmen. Die Bank der Thunder ist damit eine der besten der Liga und sehr tief besetzt. Davon träumt sicherlich auch Utah, welches nun zumindest für einige Stunden Shaqtin-a-Fool Legende Kendrick Perkins sein Eigen nennen darf. Dank voranschreitender Buyout-Verhandlungen werden die NBA Fans Perk aber wohl in den kommenden Monaten nicht in Utah, sondern bei einem Contender sehen. Seinen Platz könnte der eingangs erwähnte Pleiß übernehmen und mit Rudy Gobert die Eurocenter-Connection bei Utah bilden…

• Javale McGee, die Rechte an Chu Chu Maduabum und ein Erstrundenpick im Tausch für Cenk Akyol von Denver nach Philadelphia.

Wo wir schon bei Shaqtin-a-Fool Legenden sind: Auch Javale McGee hat ein neues Zuhause gefunden. Bei den Sixers, die dank ihrem Dauertanking wohl noch so manchen Zuschauer vergraulen werden, soll McGee für Spektakel sorgen und den Philly-Fans einen Grund geben, ein Ticket für ein eh bedeutungsloses NBA Spiel zu kaufen. Dass er diese nicht unbedeutende Rolle perfekt ausfüllen kann, hat er bereits des Öfteren bewiesen. Mit Defensivcenter-Leichtgewicht Nerlens Noel und Rookie Joel Embiid, der bislang mehr Erfolg auf der großen Twitterbühne als auf dem NBA-Court hatte, soll der Ex-Nugget das neue Centertrio bilden. Sam Hinkie und Brett Brown werden aber wohl zu verhindern wissen, dass McGee den anderen beiden zu viel Spielzeit wegnimmt und schon auf die nächste Möglichkeit warten, den Center für Picks einzutauschen. Fürs erste haben die Sixers zumindest in dieser Sache alles richtig gemacht. Einen schlechten Vertrag aufgenommen und dadurch einen Erstrundenpick ergattert, besser geht es nicht, da der Vertrag bei den Sixers nicht groß ins Gewicht fällt. Schließlich muss das Geld bei lauter Ex-D-League Spielern, die zusammen weniger verdienen als Kobe in dieser Saison, verteilt werden.

• Kevin Garnett im Tausch für Thaddeus Young nach Minnesota.

Kevin Garnett ist zurück in Minnesota! Allerdings nicht mehr als Starspieler, sondern als Veteran, der die jungen Spieler wie Andrew Wiggins unter seine Fittiche nehmen und ihnen als Mentor zu Seite stehen soll. Der Power Forward verzichtete sogar auf seine No-Trade-Klausel, um die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nicht zu blockieren. Im Gegenzug wechselt Power Forward Thad Young die Franchise. In Brooklyn übernimmt er wohl die Starter Rolle und wird auch in der nächsten Saison noch bei den Nets unter Vertrag stehen, wenn alles wie geplant läuft. Sportlich macht der Trade für beide Seiten recht wenig Sinn. Minnesota bekommt einen Forward im Winter seiner Karriere, welcher nicht mehr die Minuten gehen kann wie zu Beginn seiner Karriere, als er die Wolves im Alleingang führte. Auch Thad Young wird in Brooklyn nicht die große Verstärkung sein, kann allerdings durch seine Athletik und Einstellung helfen, noch in die Playoffplätze vorzurücken.

• K.J. McDaniels im Tausch für Isaiah Canaan und einen Zweitrundenpick von Philadelphia nach Houston.

Mit diesem Trade hatten wohl die wenigsten NBA-Fans gerechnet. K.J. McDaniels, immerhin Hoffnungs- und Sympathieträger der Sixers, verlässt die junge Truppe und wird für einen Secondrounder und Isaiah Canaan nach Houston geschickt. Der superathletische McDaniels soll in Houston die Defensive stärken und aller Voraussicht nach mehr als nur ein Jahr dort bleiben. Der Grund für den Trade aus 76ers Sicht war wohl der als sehr wahrscheinlich erachtete Abgang im Sommer. Um McDefense nicht ohne Gegenwert zu verlieren, entschied man sich den jungen SG zu traden. Der Neu-Sixer Canaan soll umgekehrt für Scoring auf der Guard-Position sorgen und mit seinem starken Dreier das Feld breit machen. Anders als Carter-Williams besinnt sich der Ex-Rocket auf das Scoren und Penetrieren. In Houston hat er in seinen wenigen Einsätzen bereits einige sehr gute Ansätze zeigen können und könnte sich daher zu einer echten Überraschung mausern. Der mit ihm nach Philadelphia verschiffte Zweitrundenpick ist bei den Sixers und GM Sam Hinkie zudem gerne gesehen.

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Matthias Schmidt
Artland Dragons und Dallas Mavericks Fan.

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