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Mittwoch, September 28, 2022

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Valencia und die Folgen für die Bayern

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Das Hinspiel in Valencia wurde aufgrund einer schlechten Halbzeit deutlich verloren, doch gerade vor dem Rückspiel im heimischen Audi Dome wurde dennoch von Seiten des Teams und des Trainerstabs Optimismus versprüht. Das Ende ist bekannt – zuhause vor 5056 Zuschauern gab es eine noch deutlichere 60:94 Niederlage für die Bayern, welche dem Gast aus Valencia in allen Belangen unterlegen waren. Doch welche Konsequenzen entstehen hierdurch? Und was muss sich im Hinblick auf die Zukunft bei den Roten ändern?

Zwei Titelchancen dahin

Das Aus im EuroCup gegen Titelverteidiger Valenica ist sicherlich auf den ersten Blick kein Beinbruch, doch gerade die Art der beiden Niederlagen sollte die Alarmglocken schrillen lassen. Die Bayern konnten unter dem Strich nur in zwei von insgesamt 8 Vierteln mithalten und wurden ansonsten nach Belieben dominiert. Das es am Ende so deutlich wurde zeigt, dass etwas nicht stimmen kann. Gerade das phasenweise mithalten können zeigte sich bereits in der EuroLeague, in denen sich sehr gute mit schlechten Vierteln abwechselten und somit zum Ausscheiden und dem Start im EuroCup führten. Doch nicht nur diese mögliche Titelchance wurde vergeben. Auch das Aus im Pokal zeigt, dass es in diesem Jahr bei den Bayern nicht läuft. In Berlin wurde gegen ALBA über drei Viertel sehr gut gespielt, doch haben es die Bayern wieder nicht verstanden, ein Spiel gänzlich von der ersten bis zur letzten Minute mit dem gleichen Level an Intensität zu Ende zu spielen, weshalb am Ende auch die Titelchance auf den Pokal im Top Four vergeben wurde.

Die Gründe aus Sicht des Trainers für das Ausscheiden im EuroCup

Nach der Partie und dem Ausscheiden gegen Valencia wurde von Seiten des Trainers angesprochen, dass das Team zum einen nicht die notwendige und erhoffte Qualität besitzt, jedoch auch die internationale Erfahrung gerade in den europäischen Wettbewerben fehlt. Sicherlich sind die Teams aus Spanien, Griechenland oder Russland teils deutlich besser besetzt, doch ist dies mit Sicherheit kein Grund, dass ein Spiel nicht über 40 Minuten mit gleicher Intensität gespielt werden kann. Auch der Verweis auf die fehlende internationale Erfahrung darf nicht zählen. Spieler wie Savanovic haben bereits ihre internationale Klasse über Jahre hinweg gezeigt und auch die vielen Nationalspieler sollten aufgrund von EM oder WM Teilnahmen mit Druck umgehen können.

Defensive und Verletzungen

Bereits in den ersten Wochen hatte der FC Bayern Basketball viele Verletzte zu beklagen. Über die Wochen und Monate wurde immer wieder darauf hingewiesen, doch kann dieses Argument nicht immer und gänzlich angeführt werden. Sicherlich hatten die Bayern immer wieder verletzte Spieler, doch gerade gegen Valencia fehlte nur Nihad Djedovic. Zudem ist der Kader äußerst tief besetzt, so dass zwei bis drei Verletzte aufgefangen werden können. Zu Saisonbeginn und in der Zeit bis Weihnachten konnte ohne Frage in Sachen Defensive das Argument der Verletzungen nachvollzogen werden. Ein richtiges Einspielen im Wettkampf über mehrere Spiele war nicht möglich, weshalb immer wieder Lücken aufkamen. Doch gerade gegen Valencia zeigte sich, dass auch im März eine richtige Teamdefense auf höchstem Niveau noch nicht vorhanden ist. Dies hatte gerade im Duell mit dem spanischen Titelverteidiger weniger etwas mit Verletzten oder mit einer gewissen „Eingespieltheit“ zu tun, sondern vielmehr mit Einsatz. Das speziell im Rückspiel Youngster Paul Zipser von den Fans gefeiert wurde, lag auch daran, dass er auf dem Court mit Herz spielte, was bei anderen Spielern offensichtlich fehlte.

Mögliche Konsequenzen bei den Bayern

Sicher ist bereits jetzt, nur ein Gewinn der Deutschen Meisterschaft kann die Saison der Bayern noch retten und in Ordnung erscheinen lassen. Die hochgesteckten Ziele mit Top16 in der EuroLeague, einem langen Verbleiben im EuroCup und auch das Top Four wurden klar verpasst. Das Trainer Svetislav Pesic wackeln wird, ist selbst bei einem frühen Playoff Aus nicht zu erwarten, denn sein Vertrag wurde erst langfristig verlängert, zumal seine Qualitäten außer Frage stehen. Vielmehr dürfte es hinsichtlich der Kaderzusammenstellung für die anstehende Spielzeit viele Veränderungen geben. Gerade auf den großen Positionen fehlt es an Dynamik, welche im letzten Jahr durch Thompson oder Troutman noch gegeben war und dem schnellen Bayern Spiel nun fehlen. Doch auch ein Go to Guy auf den Guard Positionen fehlt. In diesem Jahr sollte durch mannschaftsdienliche Spielweise gepunktet werden, doch gibt es offenbar keinen dauerhaft funktionierenden Plan B. Ging im letzten Jahr nichts, so konnte Guard Malcolm Delaney mit Einzelleistungen die Spiele drehen, da er für sich auch immer wieder eigene Würfe schaffen konnte. Diese Option fehlt in diesem Kader ebenfalls. Auch beim Blick auf die Deutschen dürften Änderungen erfolgen. Bayern besitzt zwar weiterhin viele Deutsche im Team, doch sind diese nicht mehr in der Topklasse anzusiedeln. Spieler wie Barthel oder Ohlbrecht sollten nach ihren guten Spielzeiten sicherlich in den Fokus rücken, denn für einige Spieler scheint die Zeit bei den Bayern abgelaufen.

Eines scheint nach dem Ausscheiden aus dem EuroCup sicher. Die Bayern werden sich nicht kampflos ergeben und im Sommer einige Änderungen angehen.

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Tobias Forsterhttps://www.bblprofis.de
Tobias Forster ist seit vielen Jahren glühender Basketballfan. In der Basketball Bundesliga hält er dem FC Bayern München die Treue, während in der NBA die Dallas Mavericks und die Chicago Bulls seine Favoriten sind. Tobias berichtet über Neuigkeiten, ist jedoch zugleich im Bereich Interviews und Portraits aktiv.

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