21.6 C
New York City
Mittwoch, September 22, 2021

Buy now

Faszination NBA Draft

NBA Draft

Ein Artikel über die NBA-Draft, wo doch gerade in diesen Tagen hochklassige und spannende Finals in diversen Ligen ausgespielt werden und es um Titel und große Erfolge geht? Ja, denn auch wenn es viele nicht direkt zugeben möchten, richtet sich der Blick immer mehr in Richtung 25. Juni, dem Tag, an dem die 30 GM’s der NBA die Zukunft der eigenen Franchise maßgeblich beeinflussen können. Dabei sind es nicht primär nur die einzelnen Prospect und ihre diversen Stärken und Schwächen, die das Interesse der emotionalen Fans und teils fachkundigen Beobachter wecken, sondern auch die unzähligen Möglichkeiten, die eine Draft für jedes Management beinhaltet. Wenn man bedenkt, wie hoch die Preise und auch die Nachfrage für Picks in der heutigen Zeit geworden sind und wie oft sich beispielweise die Nets als Depp der gesamten Liga abstempeln lassen mussten aufgrund von fehlenden Möglichkeiten, neue Talente an Land zu ziehen, versprechen die kommenden Tage spannend zu werden.

Konkrete Anhaltspunkte

Nun mögen sich sicherlich einige fragen, was denn nun genau so spannend, so faszinierend daran sein soll, sich auf einen Tag zu freuen, an dem ein Comissioner immer wieder in schöner Regelmäßigkeit ans Pult tritt und dort, möglichst ohne mimische Verrenkungen, bekanntgibt, welcher unbekannte Spieler denn nun in welcher Stadt in den kommenden Jahren sein Dasein fristen darf oder in so manchem Fall auch muss. Schließlich bekommt man doch als Zuschauer nichts mit von dem Trubel, der sich hinter den Kulissen abspielt, und man sieht sich doch nur vor vollendete Tatsachen gestellt.

Videostudium ist Pflicht

Und genau hier liegt die Crux. Die Draft ist wohl nur für den so interessant, der sich in den Tagen davor noch schnell alle Highlighttapes und Scouting-Videos auf Youtube angeguckt, die darin enthaltenden Informationen aufgesaugt hat wie ein Schwamm und sie nun gespeichert hat, na sagen wir, bis zur Draft eben. Wer dieses Prozedere mitgemacht hat, der darf sich am Tag der Entscheidung als selbsternannter Experte über die Auswahl der einzelnen Verantwortlichen aufregen, der darf sich darüber mokieren, warum Spieler xy von Team xy gezogen wurde, obwohl der doch auf den ersten Blick so gar nicht ins vorhandene Roster passen will.

Noch emotionaler wird es allerdings, wenn man die Draft als Fan verfolgt. Als Anhänger einer Franchise, die auf die Stars von morgen angewiesen ist, die bislang noch am unteren Ende der Tabelle krebst und womöglich New York Nicks heißt. Da wird dann schnell klar, dass die Draft nicht mal eben so im Vorbeigehen zu absolvieren ist und man sich auf die Off-Season freuen kann. Dann beginnt sie, die Anspannung. Die Furcht, den größten Bust der in dieser Hinsicht nicht gerade kurzen Historie der NBA zu ziehen, aber auch die Vorfreude, einen echten Steal landen zu können. Bei Teams, deren Urlaub gerade erst begonnen hat und die sich in den letzten Wochen noch in den Playoffs rumgetrieben haben, sind diese Emotionen natürlich nicht in dem Maße gegeben. Und doch, auch dort hat man noch seinen Lieblingsspieler, der unbedingt bei seinem Club landen soll.

Nowitzki-Vergleiche

Und auch die Spieler stehen bekanntlich im Rampenlicht. Die einen, weil sie unfassbares Talent in sich vereinen und als nächste All-Stars gelten, die anderen, weil sie noch so roh sind und gleichzeitig doch so viel Upside mitbringen, dass aus ihnen in einigen Jahren mal viel mehr werden könnte, als das, was Experten in der Gegenwart als Endstadium prognostizieren.

Und dann wären da noch die teils unheimlich anmutenden Vorschusslorbeeren, mit denen einige in die Draft und im Anschluss in ihre Senioren-Karriere starten. Da wird schnell mal jeder 7-Footer, der auch nur im Entferntesten den Anschein macht, vom Perimeter werfen zu können, als nächster Dirk Nowitzki angepriesen und jeder im Ballvortrag begabte und dazu noch halbwegs athletische Forward mit LeBron James verglichen. Diese nicht immer rationalen Vergleiche sollen helfen, das noch größtenteils Unbekannte bzw. in diesem Fall den noch größtenteils unbekannten Spieler besser greifbar zu machen und seine Zukunft vorherzusehen.

Dieses Vorgehen ist allerdings nicht mal unbedingt eine Eigenheit der Basketballfamilie rund um den Globus, sondern eine Angewohnheit der kompletten Menschheit. Nur allzu gerne würden wir und im Fall der NBA, vor allem Manager die Fähigkeit besitzen, mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zutreffende Prognosen über die Zukunft geben zu können und Vorgänge, die einen gewissen zeitlichen Rahmen voraussetzen, vollständig zu erahnen. Denn nur dann wüsste man, ob man wirklich auf das richtige Pferd bzw. den richtigen Spieler gesetzt hat.

Solange dieser Fall allerdings nicht eintritt, dürfen sich Fans weiterhin über unvorhersehbare Entscheidungen, Blockbuster-Trades oder herzzerreißende Geschichten freuen, die so wahrscheinlich nur der Sport schreibt. Dann heißt es bald wieder: ,,With the first Pick in the 2015 Draft the Minnesota Timberwolves select….‘‘

0.00 avg. rating (0% score) - 0 votes
Matthias Schmidt
Artland Dragons und Dallas Mavericks Fan.

Related Articles

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Stay Connected

9,036FansGefällt mir
1,800NachfolgerFolgen
1,491NachfolgerFolgen
spot_img

Latest Articles

spot_img
spot_img
spot_img