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Dienstag, Oktober 4, 2022

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Eisbären können Crunchtime – ALBA in der Krise

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 Eine Woche lang haben die Eisbären Bremerhaven Situation geübt, die man in den letzten zwei Minuten eines Basketballspiels anwenden kann. Der Stachel nach der Overtime-Niederlage gegen die Bayern saß tief. Nimmt man die ersten 38 Minuten der jeweiligen Saisonspiele zusammen, dann wären die Eisbären ein Play-Off-Anwärter. Aber da Basketball nunmal 40 Minuten dauert und manchmal sogar länger, kamen die Bremerhavener bisher nur auf einen einzigen Saisonsieg. Zu oft hatte man in den letzten Minuten einen möglichen Sieg weggeworfen. So war es gegen Würzburg, Bayern, Bonn, Ludwigsburg, und gegen die Skyliners jeweils die „Crunchtime“ die den Norddeutschen bittere Niederlagen einbrachten. Das wollten Chris Harris und sein Team bei ALBA BERLIN anders machen. Denn 38 Minuten gut zu ackern und dann doch zu verlieren nervt eine Mannschaft  irgendwann.

Keine Lust mehr auf Niederlagen in den letzten Minuten

Wie schon im Spiel gegen die Bayern fanden die Eisbären gegen ALBA gut in die Partie. Die Bremerhavener nutzten die Berliner Verunsicherung (3 Niederlagen in Folge). Vor allem Guard Jerry Smith lief direkt zu Beginn heiß und erzielte zehn Punkte gegen eine völlig indiskutable Berliner Verteidigung. Dem sonst so sicherem Bollwerk der Berliner schenkte man im ersten Viertel 26 Punkte ein und legte damit den Grundstein für den späteren Erfolg. Die Berliner ihrerseits wirkten völlig verunsichert und legten selbst einfachste Korbleger daneben. Die entsprechenden Rebounds landeten meist in den Händen der Eisbären. 35 Rebounds sollten am Spielende auf dem Konto der Bremerhavener stehen. ALBA brachte es zwar auch auf immerhin 33 Rebounds, in den wichtigen Phasen waren es jedoch Freese und Bishop von den Gästen, die sich die Abpraller schnappten.

Im zweiten Viertel stockte die ALBA-Offensive weiterhin und bis zur Pause gelangen vor heimischen und vor allem pfeifenden Publikum nur 32 Punkte gegen 48 der Eisbären. Die 9700 Zuschauer trauten ihren Augen nicht, denn so richtig konnten sie nicht glauben was ihre Albatrosse gegen die vom Abstieg bedrohten Norddeutschen da zeigten. So war es vor ziemlich genau 14 Tagen, als man die Bayern aus der Halle „prügelte“, der unangefochtene Spitzenreiter war und schönen Basketball zeigte. Die Fans in gelb fragten sich, wo diese Selbstverständlichkeit hin war.

Was wäre wenn, … 

Wenn nun am Sonntagabend alles normal gelaufen wäre, dann hätte Sasa Obradovic seine Mannschaft in der Kabine ordentlich zusammengestaucht. Die Albatrosse wären aus der Kabine gekommen, hätten vermutlich einen 20:0-Lauf hingelegt und die Eisbären mit einer Klatsche zurück an die Nordsee geschickt. Aber es lief nicht nach der „normalen“ Vorstellung. Die von Interimscoach Harris trainierte Mannschaft hielt sich auch im dritten Viertel wacker. Die Albatrosse kamen einfach nicht in Schwung. Zwar konnten sie das Viertel nach der Halbzeit für sich entscheiden (18:15), jedoch knabberte der einstige Serienmeister auch nur drei Punkte des Rückstandes ab.

Aber da war ja noch die Hoffnung auf die Crunchtime. Also hieß es jetzt für ALBA nah genug herankommen, den Rest erledigen die Eisbären dann in den letzten zwei Minuten selbst. Weit gefehlt; Die Eisbären Bremerhaven büßten zwar beim letzten Aufbäumen der Albatrosse noch einmal etwas vom Vorsprung ein, jedoch blieben die Jungs von Chris Harris in der Schlussphase ruhig. So war es Larry Gordon, der in der entscheidenden Phase des Spiels mit einem krachenden Dunk zeigte: „Wir sind noch da und wir geben das Spiel heute nicht ab“. Sogar Jannik Freese behielt in der Schlussphase ein ruhiges Händchen und verwandelte vier seiner Freiwürfe sicher. So kamen die Berliner eben nicht mehr nah genug an die Eisbären heran um das Spiel noch drehen zu können. Sasa Obradovic wirkte zusehends ratloser und musste am Ende den deutlichen 80:69-Sieg der Gäste anerkennen.

Für ALBA BERLIN lehnten sich Cherry (16 Punkte, 6 Rebounds, 6 Assists) und Milosavljevic (19 Punkte) noch am Meisten auf. Bei den Eisbären überragten vor allem Kyle Fogg, der mit 24 Punkten Topscorer der Partie wurde, und Jerry Smith (13 Punkte). Die Eisbären trafen zehn Dreier bei einer Quote von knappen 42% (Stats: BBL).

Eine Woche lang haben die Eisbären Bremerhaven Situation geübt, die man in den letzten zwei Minuten eines Basketballspiels anwenden kann und haben heute gezeigt, dass sie auch Crunchtime spielen können. Wo stünden die Eisbären wohl, hätten sie Crunchtime schon eher trainiert?

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