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Sonntag, Januar 29, 2023

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Im Gespräch mit Chevon Troutman über seine Ziele und die deutsche Vergangenheit

Orléans Loiret Basket - Chevon Troutman

Wir hatten die Möglichkeit mit Power Forward Chevon Troutman sprechen zu können. Im Interview gab Chevon uns nicht nur Einblick in die laufende Saison in Verbindung mit seinen Saisonzielen, sondern vielmehr stand uns „Chevy“ auch hinsichtlich seiner sportlichen Vergangenheit in Deutschland Rede und Antwort.

BBLProfis: Vielen Dank für das Interview Chevy. In diesem Jahr hast Du in Frankreich bei Orléans Loiret Basket einen Vertrag unterschrieben. Wie kam es zu dieser Entscheidung und seit Wann bestand der Kontakt zwischen Dir und Deinem neuen Team. Du hast bereits zuvor für ASVEL Basket von 2006 bis 2009 in Frankreich gespielt. Hat dies Deine Entscheidung erleichtert oder beeinflusst?
Chevon: Natürlich hat meine Vergangenheit Einfluss auf diese Entscheidung gehabt. Ich hatte in Frankreich eine gute Zeit und kannte die Clubs und ihre gute Organisation, so dass es am Ende eine leichte Entscheidung war, das vorliegende Vertragsangebot anzunehmen. Zudem habe ich meine Mission in Polen mit dem Titelgewinn als abgeschlossen betrachtet, weshalb ich etwas Neues machen wollte.

BBLProfis: Dann lass uns gleich auf Dein neues Team zu sprechen kommen. Welche Ziele habt ihr als Orléans Loiret Basket Euch selbst gestellt? Und was hast Du Dir persönlich für die neue Spielzeit vorgenommen?
Chevon: Persönlich möchte ich mein Spiel weiterentwickeln und auf ein neues Level heben. Hier in Frankreich kann ich mich in einer guten Liga messen und zudem von einem harten Training profitieren. Als Team wollen wir natürlich angreifen und mindestens den Einzug in die Playoffs erreichen. Was danach möglich sein wird, werden wir dann sehen.

BBLProfis: Du bist in Deiner Karriere bereits viel herumgekommen. Als du 2005 das College in Pittsburgh verlassen hast, führte Dein Weg nach Europa. Aus heutiger Sicht sicher eine gute Entscheidung. Aber wie schwer war es damals für Dich diesen Schritt zu machen?
Chevon: Nach meiner College Zeit direkt nach Europa zu gehen, war sicherlich eine gute Entscheidung, denn dies hat mich zu dem Spieler gemacht, der ich heute bin. Zu Beginn war ich jedoch durchaus etwas geschockt. Das Spiel in Europa ist anders und auch das Leben ist gegenüber den USA eine neue Erfahrung. Von Beginn an war mir jedoch klar, dass ich hart arbeiten muss, um dauerhaft in den europäischen Ligen spielen zu können, denn das Niveau war durchaus höher als angenommen bei meinem Wechsel 2005. Mich auf den Basketball zu konzentrieren half mir aber nicht nur hinsichtlich meiner Karriere. Weit weg von Zuhause zu sein ist gerade als junger Spieler hart, doch gab mir das Spiel viele neue Impulse und natürlich konnte ich auf diese Weise auch meine Sichtweise in Bezug auf mein Leben und das Geschehen in der Welt erweitern.

BBLProfis: Seitdem Du in Europa spielst, hast Du bereits unterschiedlichste Länder kennengelernt. Zuletzt warst Du in Polen aktiv, doch Du kanntest zuvor bereits Frankreich, Italien und auch Deutschland. An welchem Ort hat es Dir denn am Besten gefallen?
Chevon: Ich habe mich wirklich in allen Ländern und an allen Orten sehr wohl gefühlt. Wenn ich mich jedoch entscheiden müsste, würde ich meine Zeit bei Bayern München als beste Erfahrung wählen. Der Verein ist einfach toll organisiert und auch die Stadt lässt keine Wünsche offen. Außerdem konnte ich mithelfen Bayern München zu dem zu machen, was sie heute sind – eine tolle und erfolgreiche Mannschaft.

BBLProfis: Alle Länder, in denen Du bereits aktiv warst, bieten nicht nur kulturelle Unterschiede. Wie würdest Du einen Vergleich der jeweiligen Basketballigen beschreiben? Wo hat es Dir am Besten gefallen bzw. welche Liga kam Dir und Deinem Spiel am Meisten zu Gute?
Chevon: Natürlich ist europäischer Basketball anders als in den USA. Die Ligen, in denen ich bisher spielte, boten alle ein tolles Niveau und waren sehr mannschaftsdienlich orientiert. Ich würde jedoch auch hier sagen, dass mir Deutschland am Meisten entgegengekommen ist. Der Basketball in der Deutschen Bundesliga kommt in seiner Spielweise und Art doch mehr an meine basketballerische Heimat heran, weshalb ich in München auch wenig Zeit zur Eingewöhnung auf dem Court benötigt habe.

BBLProfis: Was bei all Deinen europäischen Stationen auffällt ist, dass Du als Spieler immer einer der Lieblinge der jeweiligen Fans warst und teilweise auch heute noch bist. Was bedeutet Dir dies als Spieler? Und kannst Du Dir erklären, weshalb Dich die Fans immer so schnell in ihr Herz geschlossen haben?
Chevon: Eigentlich kann ich es mir nicht erklären. Ich denke aber, dass die Fans harte Arbeit auf dem Court und im Training anerkennen und dies fühlen können. Das ich alles für mein jeweiliges Team getan habe, ist sicherlich auch ein Pluspunkt in der Wahrnehmung der Fans.

BBLProfis: Lass uns auf Deine sportliche Karriere und Deine Erfolge zu sprechen kommen. In Frankreich, Deutschland und Polen bist Du mit Deinen jeweiligen Teams Meister geworden und hast Titel gewonnen. Was bedeuten Dir als professionellen Sportler diese Titel? Gibt es etwas, was Dir bei all Deinen Erfolgen besonders im Gedächtnis geblieben ist, oder was Dir immer besonders viel Freude dabei bereitet hat?
Chevon: Die Titel bedeuten mir allesamt sehr viel. Nicht viele Sportler erhalten die Chance am Ende Triumphe in ihrem Sport zu erleben und das ich hierbei bereits einige Titel gewinnen konnte, ist natürlich etwas Großartiges. Einen besonderen Moment kann ich auf Anhieb nicht nennen, denn ich habe immer alle Feiern und Parties nach einem Titelgewinn genossen. Es ist einfach etwas Großartiges den Fans, dem jeweiligen Verein oder der Stadt Freude zu schenken und am Ende die gewonnene Trophäe zeigen zu können.

BBLProfis: Bei einem Blick auf Dich als Basketballer ist sicherlich Deine Größe als interessant zu bezeichnen. Du bist 202 cm groß und damit auf deiner Power Forward Position meist kleiner als Deine Gegenspieler. Auf der anderen Seite bist Du athletischer und schneller als Deine größeren Gegner. Ist diese Kombination auch ein Grund für Deinen sportlichen Erfolg?
Chevon: Ohne Frage, ich bin nicht der typische Big Man unter dem Korb. Natürlich wünsche ich mir manchmal größer zu sein, denn es gab in meiner Karriere durchaus Gegenspieler, bei denen hätten einige Zentimeter mehr an Größe, mein Leben als Verteidiger deutlich vereinfacht. Insgesamt bringt mir meine Athletik aber Vorteile, denn so kann ich Fastbreaks mitlaufen oder aber in der Verteidigung beim Switchen meinen Mitspielern besser helfen.

BBLProfis: Als Basketballer besitzt Du einige Stärken. Du bist im Fastbreak dabei, kannst unter dem Korb, aber auch aus der Distanz punkten. Was ist Deiner Meinung nach Deine größte Stärke in Deinem Spiel? Gibt es auch Bereiche, in denen Du Dich noch verbessern willst?
Chevon: Ich würde sagen das meine Stärken als Power Forward beim Offensiv Rebound und zugleich im schnellen Umschaltspiel bzw. im Fastbreak liegen. An meinem Spiel möchte ich natürlich weiter hart arbeiten. Speziell rund um den Perimeter habe ich sicherlich noch etwas Luft nach Oben.

BBLProfis: Lass uns zum Ende des Interviews einmal auf Deine Zeit bei Bayern München in Deutschland zu sprechen kommen. Am Ende hast Du den Deutschen Meistertitel 2014 gewinnen können und so mitgeholfen Basketball in München zu etablieren. Wie war Deine Zeit von 2011 bis 2014 bei Bayern München?
Chevon: Natürlich gab es auch in dieser Zeit einige Aufs und Abs. Das ist ganz normal. Es war jedoch immer ein großer Spaß Teil der Organisation zu sein. Ob nun zu Beginn mit Trainer Dirk Bauermann, welcher mich nach München holte, oder am Ende mit Svetislav Pesic, der mit uns den Titel gewann. Auf meine Zeit in München bin ich insgesamt sehr stolz, denn wir haben als Team nicht nur sportlich einiges auf die Beine gestellt, sondern vielmehr einer ganzen Stadt gezeigt, dass Basketball ein toller Sport ist.

BBLProfis: Die Fans haben Dich in München nicht vergessen. Sie folgen Dir nicht nur in den sozialen Medien weiterhin, sondern haben Dich beispielsweise bei Deinem Besuch im Audi Dome 2015 aus ganzen Herzen gefeiert und lautstark begrüßt. Was bedeutet Dir diese spezielle Art der Fanliebe? Können die Fans der Bayern mit weiteren Besuchen im Audi Dome rechnen?
Chevon: Diese Fans sind einfach unglaublich. Mir bedeutet diese Fanliebe sehr viel, denn es zeigt mir, dass ich einiges richtig gemacht habe. All die harte Arbeit hat uns als Team etwas gebracht, doch viele Fans eben auch glücklich gemacht und ihnen tolle Momente beschert. Die Fans können sich auf jeden Fall auf weitere Besuche von mir im Audi Dome freuen, denn ich werde meine Zeit in München nie vergessen und immer im Herzen mit mir tragen!

An dieser Stelle ein Dankeschön an Chevon Troutman für das offene Interview. Wir wünschen eine tolle Saison und hoffen natürlich, dass die Münchner Fans nicht lange auf einen weiteren Besuch ihres Lieblings warten müssen.

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Tobias Forsterhttps://www.bblprofis.de
Tobias Forster ist seit vielen Jahren glühender Basketballfan. In der Basketball Bundesliga hält er dem FC Bayern München die Treue, während in der NBA die Dallas Mavericks und die Chicago Bulls seine Favoriten sind. Tobias berichtet über Neuigkeiten, ist jedoch zugleich im Bereich Interviews und Portraits aktiv.

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