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Dienstag, Februar 7, 2023

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Im Gespräch mit Sportfotograf Gero Müller-Laschet

bblprofis interview

Basketball ist ein Sport voller Emotionen und voller Leidenschaft. Dies kann der Fan nicht nur hautnah in der Halle miterleben, denn heutzutage bringen Printmedien und Online Magazine diesen fantastischen Sport sehr gut in die jeweiligen Wohnzimmer. Professionelle Fotoaufnahmen sind hierfür ein Muss, denn Sportfotografen fangen den begeisternden und entscheidenden Moment ein, welcher einen Nachbericht zum gefühlten Erlebnis werden lässt. Fotograf Gero Müller-Laschet nahm sich für uns Zeit und stand für ein Interview bereits. Von seinen Anfängen, bis hin zu seinen liebsten Arenen – Gero lässt euch an seinem Job teilhaben.

BBLProfis: Zunächst vielen Dank für das Interview Gero. Lass uns doch einmal mit Deinen Anfängen beginnen. Wie bist Du zur Fotografie im Allgemeinen gekommen? Gab es einen speziellen Moment, den Du aus heutiger Sicht als Auslöser Deiner Leidenschaft nennen würdest?
Gero: Meine Mutter hat hobbymässig fotografiert und das habe ich dann irgendwann übernommen. Ein damaliger guter Freund (so mit ca. 20 Jahren) hat auch fotografiert, und wir haben dann viel gemeinsam fotografiert und in Eigenregie entwickelt. Irgendwann habe ich angefangen Radsport zu fotografieren (Anmerkung Gero: da gab es noch 6 Tage Rennen in Köln) und meine ersten Feiern und Events kamen dazu. Es hat sich also langsam entwickelt und immer mehr gesteigert.

BBLProfis: Inzwischen kennen Dich viele Beobachter im Basketball als Sportfotografen, welcher an unterschiedlichsten Orten zu sehen ist. Wie hast Du den Einstieg in diesen doch sehr umkämpften Bereich geschafft? Hattest Du dabei Hilfe durch Vereine oder Spieler und Offizielle?
Gero: Ich habe die Spiele der damaligen RheinEnergy Nachwuchsteams fotografiert. Aus heutiger Sicht war das mein Einstieg in die Basketballfotografie. Ich bin dann später quer durch NRW gefahren, habe Nachwuchsteams fotografiert, und habe so viele Kontakte und Freunde gefunden. Dies hat mir bis heute viel geholfen. Damals habe ich immer gesagt, ich fotografiere keine Profis, sondern nur den Nachwuchs, da die Profis schon genug gezeigt werden. Ich wollte den Nachwuchs unterstützen, fördern und zeigen. Aber irgendwie waren die heutigen RheinStars (RheinEnergie/Köln99ers/MTV Köln) immer irgendwo mit daran beteiligt.

BBLProfis: Wie Du ja bereits selbst gesagt hast, bist du an den unterschiedlichsten Orten im Einsatz. Die Beobachter kennen dich sicherlich von den Spielen der RheinStars Köln, doch trifft man dich auch bei den Heimspielen der Telekom Baskets Bonn im Telekom Dome an. Wie suchst Du Dir deine Einsatzorte als Sportfotograf aus?
Gero: Zwei Faktoren sind hierbei sehr wichtig. Zum Einen natürlich wie interessant die jeweilige Begegnung ist, doch spielt auch der Zeitfaktor eine wichtige Rolle. Ich versuche zu möglichst vielen Spielen der Telekom Baskets zu gehen, doch ist hierbei die Zeit nicht immer auf meiner Seite, doch die Spiele gegen die Bayern lasse ich mir beispielsweise nicht entgehen. Mein eigentlicher „Heimverein“ sind jedoch die RheinStars Köln, weshalb ich diesbezüglich auch meine Priorisierung ausrichte. Da ich nicht nur beim Basketball aktiv bin, kann es dennoch in Sachen Termin manchmal durchaus eng und somit schwierig werden.

BBLProfis: Gibt es Orte und Spielstätten, an denen das Arbeiten als Sportfotograf besonderen Spaß bereitet?
Gero: Der Telekom Dome in Bonn und die Lanxess Arena in Köln sind sehr tolle Locations, in denen ich gerne als Fotograf tätig bin. Besonders das Licht ist in beiden Hallen einfach gut, und das ist nun mal wichtig für gute Bilder. Im Telekom Dome gefällt mir zudem das ganze drumherum besonders gut.

BBLProfis: Lass uns einmal auf den technischen Aspekt Deiner Arbeit zu sprechen kommen. Wie viele Kameras hast Du inzwischen gesammelt? Und welche Anzahl an Objektiven?
Gero: Zur Zeit besitze ich 4 DSLRs von Nikon, wobei ich eine aktuell verkaufen möchte. Objektive habe ich jede Menge, aber für den Basketball habe ich 3 Objektive, die ich am meisten nutze. Bei Hochzeiten oder anderen Jobs, nutze ich dann auch andere Objektive und anderes Equipment, um jeweils das Bestmögliche an Leistung für meine Kunden abliefern zu können.

BBLProfis: Hast du eine Lieblings-Kamera für Deinen Job? Falls ja – wieso ausgerechnet diese?
Gero: Zur Zeit ist meine Lieblingskamera die Nikon D4s. Sie ist sehr gut bei hohen ISO Werten, hat einen guten Autofokus und macht schnelle Serienaufnahmen. Ich fotografiere schon immer mit Nikon und komme damit einfach klar. Bestimmt gibt es andere Marken die gleich gut oder besser sind, aber ich würde nicht wechseln wollen. Wenn Du 30 Jahre bei einer Marke bist und alles im Schlaf beherrschst, wechselst du nicht so schnell.

BBLProfis: Wenn Du Dir eine neue Kamera oder ein Objektiv kaufst. Worauf legst Du hierbei besonderen Wert? Auf welche Aspekte und Eigenschaften sollten Fotografen achten, wenn sie für Sportaufnahmen eine passende Kamera erwerben möchten?
Gero: Für mich ist wichtig, dass die Kameras in den Hallen bei schlechtem Licht anständig arbeiten, sprich schnell und zuverlässig fokussieren, und dass die Fotos trotz hoher Iso Werte noch brauchbar sind. Dazu sollte die Kamera stabil/robust und unempfindlich sein. Nass werden, müssen sie beispielsweise auch einmal abkönnen.

BBLProfis: Mit dem Schießen der Fotos ist es noch nicht getan. Die Aufnahmen müssen in der Regel noch überarbeitet werden. Wie teilt sich diese Arbeit in Prozenten auf? Welchen Anteil hat das reine Fotografieren? Und welchen Anteil das Bearbeiten der Bilder?
Gero: Richtig, nach dem fotografieren geht es erst richtig los. Aussortieren, taggen (wer ist wo, wobei mit wem wann zu sehen), nachbearbeiten und verschicken ist dann erst einmal angesagt. Für mich ist immer das Schwierigste zu entscheiden, welche Fotos am Ende ausgewählt werden sollen. Ich mache viele Fotos während eines Spiels, aber kein Mensch möchte jede einzelne Aufnahme davon sehen. Mir gefallen die gemachten Fotos aber in der Regel alle. Ich glaube das Fotografieren und die Nachbearbeitung halten sich ungefähr die Waage vom Zeitaufwand. Dies gilt für mich aber nur bei der Sportfotografie. Bei Hochzeiten oder anderen Shootings kann die Nachbearbeitung durchaus etwas länger dauern.

BBLProfis: Jetzt haben wir über deine Ausrüstung und auch über die Nachbearbeitung gesprochen, doch lass uns einmal auf das Wichtigste zu sprechen kommen – deine Motive. Wie schwer ist es gute Fotos beim Basketball während eines Spiels oder während Auszeiten zu machen? Was würdest Du als den schwersten Part dabei ansehen?
Gero: Manchmal kann es wirklich nervend sein. Beispielsweise wenn du als Fotograf immer auf der falschen Seite oder in der falschen Ecke stehst. Hierbei hilft mir, dass ich das Spiel kenne und somit durchaus den Spielverlauf einschätzen kann, wodurch ich eigentlich immer eine gute Position in der Halle für meinen Job finde. Doch nicht nur die Position des Fotografen ist entscheidend, auch das Spiel hat erheblichen Einfluß auf meine Arbeit. Die RheinStars Köln haben mir früher das Leben als Sportfotograf ziemlich schwer gemacht. Ihr Spiel war sehr auf Distanzwürfe ausgelegt, was jedoch selbst bei einem verwandelten Wurf in Sachen Dynamik und Emotion nicht an einen Dunk herankommt. Da liebe ich das Wirken beim GRC dagegen umso mehr, denn ich bin dort seit Jahren als „on the court“ Fotograf dabei. Da wird es zwar manchmal ganz schön eng für mich, aber es gibt tolle Fotos. Die Jungs spielen wirklich sehr physisch und spektakulär.

BBLProfis: Hast du Vereine oder gar Spieler, mit denen das Arbeiten als Sportfotograf besonders einfach verläuft?
Gero: Eigentlich werde ich bei den meisten Vereinen immer sehr nett behandelt. Viele Clubs kenne ich seit vielen Jahren, wodurch sich auch ein gegenseitiges Sich-Schätzen entwickelt hat. Klar, im Profibereich bei den RheinStars Köln. Dort habe ich es heute am einfachsten, da ich deren Fotograf bis jetzt war/bin, und dadurch überall hinkomme und zu allem Zutritt habe. So frei kann ich mich ansonsten nur noch beim RBC Köln99ers (Anmerkung: Rollstuhlbasketball) bewegen, welche ich inzwischen auch schon über mehrere Jahre begleite. Aber auch bei den Telekom Baskets oder bei anderen Vereinen ist es immer ok.
Bei den Amateurvereinen sind die meisten Clubs immer sehr nett und kooperativ, da mich die jeweiligen Personen inzwischen auch kennen. Außerden sage ich immer: „So wie ich in den Wald hineinrufe, so schallt es heraus“.

BBLProfis: Als Fotograf musst Du Dich natürlich auch um Deine eigene Darstellung kümmern. Du nutzt die Social Media Kanäle auf unterschiedlichste Art und Weise. Neben Deinem privaten Profil kann man Deiner Arbeit auch bei Basketball-Foto folgen. Wie wichtig sind diese Online Auftritte für Dich? Gilt es sich hierbei auch bekannter zu machen, oder was ist hierfür dein persönlicher Antrieb?
Gero: Basketball-foto.de ist mein Baby, damit hat alles angefangen. Ich wollte ein Fotoforum für den Nachwuchsbasketball bieten. Dadurch bin ich bekannt geworden, weshalb ich dies auch weiter pflege. Ich bin immer noch bei Jugend- und Amateurspielen unterwegs und fotografiere die Kids bei Ihrem Sport. Das war früher immer mein Hauptanliegen und es hat mich immer sehr gefreut, wenn die Kids sich über die Fotos freuten. Emails von Eltern, die der Oma die Fotos zeigen konnten und sich dafür bedankt haben, waren durchaus auch meine Motivation. Es freut mich immer, wenn Spieler meine Fotos als Profilfoto verwenden oder diese Aufnahmen irgenwie nutzen. Viele bedanken sich auch und freuen sich über ein gutes Foto. Und das heute in dieser Multimedialen schnelllebigen Welt. Das macht mir Spaß und das ist meine Motivation. Es dient natürlich auch dazu um ein wenig bekannter zu werden und im Gespräch zu bleiben.

BBLProfis: Zu guter letzt – welches Foto würdest Du als Deinen bisher besten „Schuss“ bezeichnen?
Gero: Mh – Einen Dunk beim GRC von Guy Dupuy. Das Foto war im folgenden Jahr auch auf dem Plakat vom GRC abgebildet. Ansonsten sind mir zum Glück jede Menge cooler Fotos gelungen. In diesem Jahr haben mir besonders Lakeem Jackson und AJ bei den RheinStars Köln ein paar sehr gute Fotos beschert.

Wir bedanken uns an dieser Stelle für das Interview bei Gero Müller-Laschet und wünschen weiterhin viel Spaß und Erfolg bei seiner Arbeit als Sportfotograf.

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Tobias Forsterhttps://www.bblprofis.de
Tobias Forster ist seit vielen Jahren glühender Basketballfan. In der Basketball Bundesliga hält er dem FC Bayern München die Treue, während in der NBA die Dallas Mavericks und die Chicago Bulls seine Favoriten sind. Tobias berichtet über Neuigkeiten, ist jedoch zugleich im Bereich Interviews und Portraits aktiv.

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