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Freitag, August 12, 2022

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Daniel Mayr über die Herausforderung Frankfurt und seine Zeit bei den Bayern

FRAPORT SKYLINERS Logo

Centerspieler Daniel Mayr gehört auf seiner Position zu den größten Talenten im deutschen Basketball. Wir hatten die Möglichkeit mit Daniel ein Interview zu führen und kamen dabei nicht nur auf seinen Wechsel zu den FRAPORT SKYLINERS zu sprechen. Ebenfalls stand seine Zeit beim FC Bayern Basketball im Fokus.

BBLProfis: Hallo Daniel. Danke für deine Zeit für dieses Interview. Wie geht es dir denn inzwischen, nachdem du die letzte Saison mit einer Verletzung vorzeitig beenden musstest?
Daniel: Mir geht es soweit ganz gut. Ich blicke voller Ungeduld auf die neue Saison und noch viel mehr auf die Zeit, wenn ich endlich wieder auf dem Feld stehen und spielen darf.

BBLProfis: In den letzten beiden Spielzeiten warst du Spieler des FC Bayern Basketball. Zu dieser Saison hast du nun bei den FRAPORT SKYLINERS unterschreiben. Wann gab es die ersten Kontakte rund um diesen Wechsel? Ging hier kurzfristig eine Tür auf, oder warst du bereits längere Zeit mit den Frankfurter Verantwortlichen im Kontakt?
Daniel: Der Kontakt zu Frankfurt kam relativ kurzfristig zustande. Die SKYLINERS haben junge, motivierte Spieler mit Potential gesucht und sind hierbei auf mich Aufmerksam geworden. Dies war mir auch wichtig, denn die Möglichkeiten meiner individuellen Weiterentwicklung auf dem Spielfeld waren für mich der wichtigste Aspekt bei dieser Entscheidung. Mir bot sich hierbei eine tolle Gelegenheit, welche für meine individuelle Entwicklung eine sehr gute Chance darstellt.

BBLProfis: Dein Wechsel nach Frankfurt kam durchaus für den Außenstehenden überraschend. Welche Gründe haben für dich den Ausschlag gegeben München zu verlassen und etwas Neues in Angriff zu nehmen?
Daniel: Wie zuvor bereits erwähnt – mir ging es bei dieser Entscheidung vorrangig darum gute Aussichten auf Spielzeit zu erhalten, denn diese ist für meine Weiterentwicklung als Spieler sehr wichtig. Die Bayern stellten sich mir in dieser Hinsicht mit einer ungewissen Zukunft dar, denn zum damaligen Zeitpunkt gab es zum neuen Coach noch nichts spruchreifes und zudem war ich verletzt. Was jedoch bekannt war, war die Tatsache, dass die Bayern angreifen wollten. Dies wiederum brachte das Risiko mit sich, dass ich eventuell nicht mehr im Bundesliga Kader berücksichtigt werden würde, was am Ende den Ausschlag für einen Wechsel gab.

BBLProfis: Bei deinem neuen Team sind mit Danilo Barthel, Johannes Voigtmann und Konstantin Klein drei Leistungsträger gegangen. Frankfurt steckt mitten im Umbruch. Ist dies für dich und deine Entwicklung aus deiner Sicht eher Fluch oder Segen?
Daniel: Auch wenn es seltsam klingen mag, für mich ist dies eher ein Glücksfall. Die SKYLINERS bieten deshalb für junge Spieler genau den richtigen Ort, um sich weiterentwickeln zu können. Das zeigte sich auch in den Gesprächen mit dem Headcoach, welcher mich zu einem Leistungsträger entwickeln möchte. Speziell der Abgang von Nationalspieler Voigtmann bietet mir hier unter dem Korb natürlich größere Chancen zum Einsatz zu kommen und unter realen Bedingungen mich zu messen.

BBLProfis: Danilo Barthel ist ein gutes Stichwort. Der Forward ging den entgegengesetzten Weg und wechselte von Frankfurt zu den Bayern. Welche Orte oder Dinge würdest du den Neu-Münchner als unbedingtes Muss empfehlen?
Daniel: München ist eine wunderschöne Stadt, welche sehr viel zu bieten hat. Danilo würde ich empfehlen, sich an Maxi Kleber zu halten, denn Maxi kennt sich inzwischen sehr gut aus und kennt die Tipps. Natürlich gibt es auch tolle Restaurants. Unbedingt ansehen sollte Danilo sich den Olympiaturm und die Aussicht von diesen. Der Ausblick ist der Wahnsinn und der rundum gelegene Olympiapark erleichtert das Abschalten. Und wenn er in der Innenstadt unterwegs ist, sollte er sich die Straßenband Konnexion Balkon nicht entgehen lassen.

BBLProfis: Du hast in München wichtige Schritte deiner Entwicklung genommen, aber vergleichsweise wenig gespielt. Aus heutiger Sicht – würdest du den Wechsel von Jena nach München unter den gleichen Umständen nochmals machen? Was ist der Grund für deine Entscheidung?
Daniel: Da muss ich nicht lange nachdenken – ich würde die Entscheidung jederzeit wieder in dieser Art treffen. Ich habe mich in München wohlgefühlt und mich menschlich und als Spieler weiterentwickeln können. Das Drumherum war zudem sehr gut, denn ich konnte viele Freunde finden, so dass München meine neue Heimat wurde.

BBLProfis: Lass uns kurz auf deine beiden Jahre bei den Bayern zu sprechen kommen. In deiner ersten Spielzeit 2014/2015 bist du in der Basketball Bundesliga ein Mal für das Team von Svetislav Pesic aufgelaufen. In der abgelaufenen Spielzeit waren es bereits 15 Einsätze bei durchschnittlich 3:41 Minuten Spielzeit. Wie zufrieden bist du mit deiner Entwicklung in den zurückliegenden Jahren? Was konntest du dir von Trainer Fuchs Pesic mitnehmen bzw. auch von Spielern wie John Bryant abschauen?
Daniel: Natürlich bin ich Stolz darauf, dass ich mir in den beiden Jahren ein wenig Vertrauen bei einem Coach wie Svetislav Pesic erarbeitet habe. Ich kann guten Gewissens sagen, dass ich alles getan habe, um ein besserer Spieler zu werden und mich zu entwickeln, allerdings tue ich mich mit Selbsteinschätzungen schwer, da ich diesbezüglich sehr kritisch bin. Es gab Faktoren, die ich nicht beeinflussen konnte, wie die Verletzungen, die mich zurückgeworfen haben. Mit dieser Tatsache bin ich nicht zufrieden. Generell aber habe ich eine Menge gelernt, nicht zuletzt die Gangart in der BBL. Da hat John mir auch vieles gezeigt und auch der Coach hat mich immer mal wieder zur Seite genommen und mir Dinge erklärt und gezeigt.

BBLProfis: Nun bist du bei den SKYLINERS unter Vertrag. Hattest du bereits Zeit deine neue Heimat Frankfurt zu entdecken? Wie gefällt dir die Stadt und das Umfeld des Vereins?
Daniel: Meine Familie stammt aus Frankfurt, deswegen kenne ich schon die ein oder andere Ecke. Als kleines Kind war ich oft im Senckenberg Museum. Aber generell werde ich Frankfurt natürlich alleine und mit meiner Verlobten erkundigen. Der Verein gefällt mir sehr gut, es herrscht eine angenehme Atmosphäre und die Leute im Club sind cool, nett und entspannt.

BBLProfis: Welche Rolle erhoffst du dir in der kommenden Spielzeit in der Rotation der SKYLINERS? Gibt oder gab es hierzu während deiner Verpflichtung bereits Absprachen und einen Gedankenaustausch mit dem Headcoach?
Daniel: Ich will einen festen Platz in der Rotation haben mit den entsprechenden Minutenanteilen. Coach Herbert hat mich gewählt, weil er denkt, das ich das Zeug habe, eine gute Entwicklung in Frankfurt hinzulegen, und dem Verein damit zu helfen. Dieses Vertrauen will ich bestätigen und mit Leistung zurückzahlen.

BBLProfis: Der Coach ist ein sehr gutes Stichwort. Gordon Herbert hat dich unter anderem nach Frankfurt geholt. Nun wurde dein neuer Coach am Rücken operiert und ist erst einmal für einige Zeit weg von der Bank. Ändert dies gerade für dich als Neuzugang auch deine Rolle in der Rotation?
Daniel: Als verletzter Spieler hast du grade am Anfang der Saison immer einen schwierigen Start. Ich machte die Vorbereitung nicht mit und komme dann erst im laufenden Spielbetrieb dazu. Da ist es egal ob der Coach da ist oder nicht. Ich muss mir so oder so meine Rolle und meine Minuten im Team erst mit Leistung erkämpfen und mich wieder an das Niveau der Basketball Bundesliga gewöhnen.

BBLProfis: Beobachter sprechen hinsichtlich deiner Person sehr oft davon, dass du körperlich für einen Center noch zulegen musst. Wo siehst du in deinem Spiel Schwächen bzw. in welchen Bereichen siehst du die Stärken in deinem Auftreten?
Daniel: Die Leute haben dabei immer, denke ich, Spieler wie Shaquille O’Neal vor Augen. Ich bin aber nicht der gleiche Spielertyp wie diese Art von Centerspieler. Ja, ich muss körperlich noch zulegen, und daran arbeite ich auch. Leider braucht mein Körper anscheinend dazu etwas länger. Trotzdem will ich ich selbst bleiben. Ich sehe meine stärken in meiner Beweglichkeit und in meinem Ballgefühl. Man sagt mir nach, ich habe ein gutes Händchen für einen derart großen Spieler. Trotzdem muss ich grade an meinem Rumpf und an meiner Athletik weiterhin hart arbeiten.

BBLProfis: Lass uns kurz bei diesem Thema bleiben. Gibt es bestimmte Elemente deines Spiels, an denen du in der kommenden Saison besonders arbeiten möchtest? Helfen beim Setzen solch neuer Trainingsziele auch die internationalen Einsätze, wie du diese zum Beispiel in München in der Euroleague erleben konntest.
Daniel: Ich könnte keine einzelnen Elemente nennen, weil ich denke, dass ich im Gesamtpaket dazulernen muss. Dabei hilft irgendwann nur noch Spielzeit, wo man seine eigenen Identität suchen und finden kann, Erfahrungen sammelt, an denen ich als Spieler wachsen kann. Hieraus lassen sich über die Zeit dann sicherlich Spielelemente finden, an denen ich arbeiten muss. In erster Linie wird mein Fokus jedoch unter den Korb geben. Speziell das Aufposten gegen schwerere und erfahrenere Spieler ist ein wichtiger Punkt.

BBLProfis: Zum Abschluss möchten wir mit dir gemeinsam etwas in die Zukunft blicken. Du warst als Center bereits für die deutsche U15, U16 und U18 Auswahl des DBB aktiv. Dein Vater Rolf war Basketballnationalspieler. Im Zusammenhang mit dir und deinen körperlichen Voraussetzungen wird von einem großen Talent gesprochen. Hast du dir für die Zukunft auch die Nominierung für den A-Kader vorgenommen? Oder was möchtest du als Basketballer am Ende in deiner Karriere erreichen.
Daniel: Ich will bei den Olympischen Spielen mitspielen, weshalb mein Ziel natürlich auch die A-Nationalmannschaft ist. Am Ende meiner Karriere will ich sagen können, ich habe das Beste aus meinen Möglichkeiten gemacht und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Keine Ahnung wohin die Reise hingeht, aber ich möchte gerne ein fester Bestandteil eines Teams werden und diesem helfen an die Spitze zu kommen.

Wir möchten uns zum Abschluss bei Daniel Mayr und den FRAPORT SKYLINERS für diese Möglichkeit bedanken. Auf diesem Wege viel Glück und Erfolg in der laufenden Saison!

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Tobias Forsterhttps://www.bblprofis.de
Tobias Forster ist seit vielen Jahren glühender Basketballfan. In der Basketball Bundesliga hält er dem FC Bayern München die Treue, während in der NBA die Dallas Mavericks und die Chicago Bulls seine Favoriten sind. Tobias berichtet über Neuigkeiten, ist jedoch zugleich im Bereich Interviews und Portraits aktiv.

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