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Dienstag, September 27, 2022

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Stacey Veikalas – Spielerfrau, Mutter und Managerin der Familie Veikalas

Stacey Veikalas

Im Basketball gilt es den Fokus nicht nur auf die Profis und Spieler zu richten. Eng verbundenen mit Vereinswechseln, Verletzungen und anderen Umständen sind auch die Familien der Spieler. Eine besondere Familie ist sicherlich die Familie Veikalas, welche sich speziell in Deutschland sehr gut aufgehoben fühlt. Unsere Autorin konnte sich ausgiebig mit Stacey Veikalas unterhalten, welche als Ehefrau des Göttinger Forwards Benas Veikalas eine Art Managerin des alltäglichen Lebens in dieser Familie darstellt.

BBLProfis: Du wurdest in Kalifornien geboren und hast danach für sehr lange Zeit in Denver gelebt. Wenn du aus heutiger Sicht zurückdenkst, wie war deine Kindheit an diesem Ort und vermisst du Denver heutzutage?
Stacey: Die meiste Zeit meiner Kindheit verbrachte ich in Denver und mir sind tolle Erinnerungen geblieben. Es ist ein Ort, bei dem das Panorama mit vielen Bergen tolle Ausblicke bietet, jedoch auch beispielsweise zum Skifahren beste Möglichkeiten bietet. Als Kind habe ich natürlich auch den Sonnenschein genossen, denn in Denver ist es tatsächlich die meiste Zeit sehr sonnig. Genau diese Sonne in Kombination mit der verbundenen Stimmung, vermisse ich durchaus an einigen Tagen in Europa.

BBLProfis: Nach deiner Schulzeit hast du Journalismus studiert. Hast du jemals in diesem Umfeld gearbeitet? Hilft dir diese Ausbildung heutzutage auch beim Betreiben deiner Blogs?
Stacey: Neben Journalismus habe ich auch Englisch studiert und darin meinen Master-Abschluss erworben, um Englisch unterrichten zu können. Als richtiger Journalist habe ich noch nicht gearbeitet, doch hilft mir diese Ausbildung natürlich bei meinen Blogs und auch bei anderen Projekten, welche ich übernehme und durchführe.

BBLProfis: Aus heutiger Sicht kannst du dir sicherlich ein Leben ohne Basketball nicht mehr vorstellen. Doch wie bist du zu diesem Sport gekommen? Wann und wo war deine erste Berührung mit dieser Sportart?
Stacey: Du hast recht, aus heutiger Sicht gibt es ein Leben ohne Basketball nicht mehr für mich (Stacey lacht). Und wenn ich ehrlich bin, sehe ich hier auch noch kein Ende gekommen. Mein Sohn Vincent hat den Basketball IQ seines Vaters geerbt und auch unsere Amber liebt diesen Sport. Meine Affinität mit Basketball ist nicht erst durch Benas entstanden. Ich hatte bereits als Kind Basketball gespielt und war auch später im Team der University of North Carolina.

BBLProfis: Was die Fans natürlich interessiert – wie bist du Benas das erste Mal begegnet und wie habt ihr anschließend zueinander gefunden?
Stacey: Das ist wirklich eine interessante Geschichte. Ich habe Benas in Denver kennengelernt. Ich bin in meinem Cabrio gefahren und auf einmal sprang Benas und sein gesamtes Team vor mein Auto. Ich bremste noch rechtzeitig und irgendwie lief danach alles von selbst. Wir hatten Dates, verstanden uns sehr gut und nun genießen wir unser Leben als Familie. Natürlich haben und hatten wir auch immer unsere Herausforderungen, doch wir meisterten diese und sind nun schon seit mehr als 15 Jahren zusammen. Und ich bin mir sicher – es kommen noch viele sehr schöne Jahre und Jahrzehnte hinzu.

BBLProfis: Zweifelsohne hat Basketball einen großen Einfluss auf dein Leben. Dein Ehemann spielte bereits in vielen Ländern. Nicht nur in Deutschland war Benas aktiv, sondern auch in Tschechien, Litauen und Italien. Wenn du nun an diese Länder denkst – welches war das Beste und hast du an alle Orte noch spezielle Erinnerungen parat?
Stacey: Jedes Land hat für einen besonderen Eindruck bei uns gesorgt. Litauen nicht nur, weil es Benas‘ Heimat ist, sondern vielmehr auch, weil die Menschen dort Basketball lieben und leben. In Tschechien musste ich am Ende von Spiel 7 in den Playoffs weinen, denn ich wußte, wir würden umziehen und weiterziehen. Deutschland ist für uns eines der besten Länder zum Leben. Als Amerikanerin habe ich immer einen lustigen Spruch parat hinsichtlich der vielen Regeln in diesem Land, doch dies macht das Leben in Deutschland auch deutlich einfacher. Die Leute müssen sich keine Gedanken machen bezahlt zu werden, oder aber es wird von Vereinsseite für viel gesorgt. Genau das macht Deutschland aus – ein toller Platz für eine Familie. Dann waren wir noch in Italien – für mich ein tolles Land und ein Traum, der in Erfüllung ging. Das Essen, die Mode und auch die Personen vor Ort waren fantastisch. Aber wir hatten während unserer Zeit in Italien auch schwierige Zeiten zu überstehen. So starb Benas‘ Mutter nach einem dreijährigen Kampf an Krebs. Was mir aber am Besten gefällt an allen Ländern – wir konnten überall Freunde fürs Leben gewinnen.

BBLProfis: Wie ist es den Ort bzw. das Land zu verlassen, wenn dein Mann Benas einen neuen Vertrag bei einem neuen Team unterschrieben hat?
Stacey: Ganz ehrlich – es nervt durchaus! Nicht der Umstand, dass wir umziehen ist das Problem, sondern vielmehr die Organisation dahinter. Nehmen wir Deutschland als Beispiel. Du hast dich um Mobilfunk, Kabelfernsehen und vieles Mehr zu kümmern und die einzelnen Verträge innerhalb der Fristen zu kündigen, denn du möchtest diese natürlich nicht mehr weiterbezahlen, wenn du nicht mehr vor Ort bist. Dazu kommt noch bei uns in der Familie die Thematik Schule. Die internationalen Schulen haben oftmals im Mai eine Deadline zur Einschreibung bzw. zur Abmeldung, was für uns meist nicht machbar war, da sich die Verhandlungen bei Benas noch hinzogen. Und als Ausländer hast du dich natürlich auch immer um die Ab- bzw. Anmeldung zu kümmern. Schwer wird es zudem dadurch, dass wir manchmal nur wußten, dass Benas den Verein wechselt, ohne jedoch genau zu wissen, wohin unsere Reise uns führen wird. Und hier kommt auch meine Rolle zum Tragen. Ich bin in diesen Dingen dann der Manager unserer Familie, so dass Benas sich auf seinen Sport konzentrieren kann. Es gilt dabei natürlich auch den Umzug zu organisieren, denn als Familie haben wir nicht nur einen Koffer voller Kleidung bei uns. Daher mussten wir teilweise vor einem Umzug Gegenstände verkaufen, oder aber uns überlegen, wie wir diese von A nach B schaffen können. Inzwischen sind wir zu echten Umzugsexperten geworden.

BBLProfis: Du bzw. ihr habt inzwischen drei Kinder. Wie ist es für eure Kids die Schulen zu wechseln und damit jeweils auch neuen Anschluss suchen zu müssen?
Stacey: Für unsere Kinder ist es natürlich nicht leicht. Als wir zum Beispiel Bonn verließen, war es für unsere Jungs sehr schwer, denn sie hatten viele gute Freunde gefunden. Doch das Schwerste ist sicherlich auch der Abschied an sich. Wir wissen manchmal eben nicht, ob wir für immer gehen oder uns bereits in einigen Monaten wiedersehen. Dies ist Teil des Geschäfts Basketball, aber für die Kinder ist es sicherlich kein Leichtes.

BBLProfis: Neben deiner Rolle als Mutter und Spielerfrau bist du auch noch im Internet sehr aktiv. Du betreibst beispielsweise den Basketslifetravel.com Blog. Machst du denn zusätzlich noch andere Jobs oder Projekte? Tut dir dieser Abstand zum Basketball manchmal auch ganz gut?
Stacey: Stimmt, ich betreibe den Basketslifetravel.com Blog. Ich schreibe hier über unsere Erfahrungen als Basketball-Familie und auch über Orte, die wir besucht haben. Inzwischen ist dieser Blog für mich so etwas wie Business geworden, denn ich verdiene darüber auch etwas. Aber ich beschäftige mich auch anderweitig. So schreibe ich für Magazine, weitere Reise-Blogs und auch als Freelancer für Unternehmen. Inzwischen bin ich zudem für Unternehmen aus den USA im Finanzwesen tätig. Ich habe vor unserem Umzug nach Europa eine eigene Firma in Sachen Hypotheken besessen und zugleich an der Universität dazu unterrichtet und Vorträge gehalten. Nun helfe ich Firmen, die hierzu Hilfe benötigen. Und ja – natürlich hilft mir diese Ablenkung. So bin ich nicht nur Mutter und Spielerfrau, sondern kann mich auch immer wieder selbst beweisen.

BBLProfis: Benas ist inzwischen Mitte 30. Habt ihr bereits einmal über ein mögliches Karriereende gesprochen und überlegt, wie euer Leben danach aussehen könnte?
Stacey: Natürlich sprechen wir darüber, auch wenn Benas immer wieder behauptet erst 24 zu sein (Stacey lacht). Mein Mann ist einfach ein basketballverrückter, der hofft, dass diese Reise niemals ein Ende finden wird. Aber wir haben dennoch bereits über Möglichkeiten gesprochen. Er könnte sich beispielsweise vorstellen Kids zu trainieren oder Personal Coach zu werden. Gleich wie Benas bzw. wir uns entscheiden – wir sind uns beide sicher, dass Basketball ein großer Teil unseres Lebens bleiben wird. Aber die wichtigste Frage hinsichtlich ist für uns eigentlich, wo wir nach Benas‘ Karriere einmal leben wollen.

BBLProfis: Wir haben bereits über deine Eindrücke zu den unterschiedlichen Ländern gesprochen, in denen Benas als Profi aktiv war. Wie sieht es denn mit den Fans aus? Was macht die deutschen Fans beispielsweise besonders und was könnte besser sein?
Stacey: Sorry Deutschland, aber die besten Fans sind meiner Meinung nach in Litauen zu finden. Natürlich muss ich das sagen, damit Benas sich nicht scheiden lässt (Smile). Aber im Ernst – Litauen ist einfach verrückt nach Basketball und das spürst du auf den Tribünen. Die Emotionen gehen vor Ort einfach mit den Fans durch, so dass dir als Spielerfrau auch einmal einiges gesagt wird, wenn dein Mann nicht den besten Tag hat. Auch in Italien kochen die Emotionen hoch, doch ist Litauen bzw. sind die litauischen Fans für mich die Besten. In Deutschland herrscht ebenfalls eine tolle Stimmung. Zwar etwas ruhiger, aber die Fans stehen loyal zu ihren Teams. Wir waren lange Zeit in Bonn und der Support vor Ort hat uns toll gefallen.

Was besser sein könnte? Eigentlich wäre es nur schön, wenn die Fans öfter bedenken würden, dass die Spieler eben auch nur Menschen sind und einen schlechten Tag haben können. Zudem sollte erlaubt sein, dass wir auch ein Leben außerhalb des Basketballs haben, was leider nicht immer beachtet wird.

BBLProfis: Lass uns noch kurz auf Bonn zu sprechen kommen. Dein Mann Benas war lange Zeit Profi bei den Telekom Baskets. Deine Tochter ist in Bonn geboren worden. Ist diese Stadt so etwas wie eine europäische Heimat für dich bzw. euch geworden? Was macht Bonn für euch so speziell?
Stacey: Bonn – eine tolle Stadt. Bonn ist für uns eine Heimat geworden als Benas für die Telekom Baskets spielte und so flossen bei uns allen auch Tränen, als wir wussten, dass wir weiterziehen müssen. Wir haben auch heute noch so viele gute Freunde vor Ort, dass wir gerne zurückkommen. Und die Fans sind großartig. Sie haben Benas und mich niemals vergessen. Was für meinen Mann und mich diesen Ort so besonders macht ist aber die Tatsache, dass Amber dort geboren wurde. Sie war ein echtes Wunder für uns nach den vorherigen gesundheitlichen Problemen und zum Glück war die medizinische Versorgung vor Ort einfach großartig. Wir sind dankbar für Alles, was Bonn uns gegeben hat und wir werden diese Stadt mit Sicherheit nie vergessen.

Vielen Dank für das Interview Stacey. Wir wünschen Dir, Benas und euren Kindern weiterhin viel Glück und Erfolg!

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Birgit Krause
Birgit kam über ihren Arbeitsplatz in der Nähe des Telekom Dome zum Basketball. Unsere Autorin ist großer Fan der Telekom Baskets Bonn, doch auch an der ProA und ProB interessiert. Für Euch berichtet Birgit über Neuigkeiten aus Bonn und führt zugleich manch spannendes Interview.

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