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Braydon Hobbs – vom Backup zum Eckpfeiler

DE - Action - ratiopharm ulm - Braydon Hobbs

Jahrelang fehlte ratiopharm ulm ein zweiter Spielgestalter. Pierria Henry, DeAndre Kane oder Deonte Burton waren zwar defensivstarke Spieler, doch sie hatten große Probleme, offensiv für Entlastung zu sorgen, wenn Per Günther seine Pausen bekam. So verpflichteten die Münsterstädter vor der Saison 2016/17 Braydon Hobbs, der beim Hauptrundensieger eine wichtige Rolle spielte und sorgten für ein Novum. Denn so hatten die Ulmer zwei Strippenzieher auf der Eins.

Persönliches rund um Braydon Hobbs

Braydon Alexander Hobbs wurde am 17. Mai 1989 in New Albany, Indiana, USA geboren. Der US-Amerikaner ist 1,96 Meter groß und bringt 84 Kilogramm auf die Waage. Hobbs bekleidet die Position des Point Guards, kann aber auch auf die Zwei rutschen. Er besuchte die Bellarmine University in Louisville, Kentucky und machte seinen Abschluss im Strafrecht.

Heimatverbundenheit steht im Vordergrund

Nicht wenige Colleges hatten Interesse am Spielmacher, doch er wollte nicht weit weg von seiner Familie wohnen und entschied sich dementsprechend für die Bellarmine University, die in der NCAA Division II spielten. Damit machte er sich für NBA Teams uninteressant, da er nicht in der Eliteklasse spielte. Die Bellarmine Knights spielen in der Great Lakes Valley Conference (GLVC) der Division II.

2009 wurde Hobbs zum GLVC „Freshman of the Year“ gekürt, doch im Sweet Sixteen Turnier des NCAA Tournaments der Divison II folgte das Aus für die Knights. 2010 wurde Bellarmine erstmals GLVC-Meister, doch im Tournament gab es bereits in der zweiten Runde das Aus. Im Jahre 2011, Hobbs drittem Jahr, gab es erneut den GLVC-Meistertitel und dazu gab es auch die NCAA Championship in der Division II, nachdem die Bellarmine Knights das Finale gegen die Seasiders der BYU mit 71:68 gewannen. In seinem letzten Collegejahr kam Hobbs auf 12,2 Punkte, 3,7 Rebounds, 5,7 Assists und 1,9 Steals. Zwar verloren die Knights im Halbfinale des NCAA Tournaments gegen die Montevallo Falcons, dennoch gab es einen Trost für Hobbs. Der Point Guard wurde zum GLVC „Player of the Year“ und zum „NABC Division II Player of the Year“ gekürt.

Vertragsverlängerung oder nächster Wechsel?

Als die Top-Prospects seiner Altersklasse sich über Workouts und Summer League bei NBA-Franchises empfehlen, spielt Hobbs im Sommer 2012 in der australischen QBL für die Mackay Meteors und wird mit dieser Mannschaft gleich Meister.

Die Saison 2012/13 absolviert der Spielmacher im Jersey von Cáceres Ciudad de Baloncesto in der zweiten spanischen Liga, doch dort konnte er nicht überzeugen. Die Mannschaft qualifizierte sich zwar für die Playoffs und unterlag im Halbfinale River Andorra, aber Hobbs konnte in seiner ersten Saison in Europa nicht wirklich überzeugen und konnte dementsprechend nur 6,8 Punkte 2,7 Rebounds und 1,6 Assists bei 1,5 Turnover pro Spiel vorweisen. Auch sein Wurf (36,4% Field Goals) wollte nicht wirklich fallen. Daraufhin spielte Hobbs erneut in Australien, diesmal bei Gladstone Port City Power. Der US-Amerikaner war bester Dreierwerfer und Passgeber, wurde in das „All-League Team“ gewählt, dennoch konnte er sein Team nicht in die Playoffs führen.

Seine nächste Station hieß Ungarn. Die Saison 2013/14 verbrachte er beim Meister Alba Fehérvár und durfte damit auch erstmals im internationalen Wettbewerb spielen, da die Ungarn für den Eurocup qualifiziert waren. Im Eurocup, in dem sein Verein mit nur zwei Heimsiegen bereits in der Vorrunde die Segeln streichen musste, konnte Hobbs auftrumpfen. Der Spielmacher erzielte 11,9 Punkte, 3,6 Assists und 1,7 Steals. Beeindruckend war seine Trefferquote (52,3% 3er bei 4,4 Versuchen pro Spiel) von Downtown. In der nationalen Liga lief es nicht so rund für ihn, er schoss um fast 20% schlechter von Draußen und kam auf 9,1 Punkte, 4,3 Rebounds, 3,4 Assists und 2,3 Steals. In den Playoffs folgte in der ersten Runde bereits das Aus.

Hobbs wechselte zur Saison 2014/15 zu rent4office Nürnberg in die ProA. Er wurde zweimal zum Spieler des Monats und am Ende zum „ProA Spieler des Jahres“ gekürt. 11,9 Punkte, 4,1 Rebounds, 5,9 Assists und 2 Steals pro Spiel lauteten seine Statistiken. Dazu traf er 40,8% seiner Dreier und war der dritteffektivste Spieler der zweiten Liga. Er konnte sich zwar mit seiner Mannschaft für die Playoffs qualifizieren, doch gegen die GIESSEN 46ers endete mit einem 0:3-Sweep im Halbfinale die Saison. Hobbs hatte keine Lust auf einen lange Offseason und wechselte wieder einmal nach Australien, erneut zu den Mackay Meteors. Hobbs wurde erneut in das „All-League Team berufen“, gewann erneut den Titel und wurde zum Finals-MVP gewählt.

Die Saison 2015/16 verbrachte der Playmaker beim BBL-Aufsteiger GIESSEN 46ers und zeigte im Oberhaus gleich sein ganzes Können. Nur aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs gegenüber s.Oliver Würzburg verpassten die 46ers die Playoffs, dennoch übertrafen die Hessen alle Erwartungen, was auch an Hobbs lag. Der Point Guard legte eine Statline von 10,3 Punkten, 5,1 Rebounds, 4,9 Assists und 1,7 Steals pro Partie auf. Dazu traf er 41,8% seiner Dreipunktewürfe. Vier Assists fehlten ihm am Ende, um eine 10/5/5-Saison zu spielen.

Der Spielmacher legte noch einen drauf und wechselte zu Playoff-Dauerabonnent ratiopharm ulm. Zu Beginn war er noch Backup von Per Günther, da dieser über die Saison Verletzungsprobleme hatte und für einige Partien ausfiel, wuchs Hobbs‘ Rolle und er war der Anführer der Ulmer Offense, die nicht zu stoppen war. Damit hatte der US-Amerikaner einen nicht gerade geringen Anteil an der 27 Spiele andauernden Siegesserie des Hauptrundensiegers. In der easycredit BBL legte der Guard in der Hauptrunde 7,2 Punkte, 3 Rebounds, 5,5 Assists sowie 1,5 Steals auf und traf 40,9% seiner Dreipunktewürfe, obwohl keine der ersten 15 Versuche durch die Reuse fiel. In den Playoffs spielte er eine starke Viertelfinalserie und eine nicht ganz auffällige Halbfinalserie. 6,8 Punkte, 3 Rebounds und 5,1 Assists konnte er verbuchen. Dazu versenkte der Playmaker 42,9% seiner Dreier, vom Zweipunkteland (14,3% 2PT) wollte nichts fallen. Auch im Eurocup war der Point Guard aktiv, als Ulm in die Top-16-Runde einzog, dort aber chancenlos ausschied. Im Eurocup kam Hobbs auf 7,3 Punkte, 2,8 Rebounds und 4,7 Assists. Dabei traf er 43,4% seiner Würfe von Draußen.

Sein Vertrag ist zum Saisonende 2016/17 ausgelaufen. Bisher hat Hobbs bei keinem Verein seinen Vertrag verlängert. Es wird interessant zu sehen sein, ob er erneut weiterzieht oder erstmals seinen Vertrag verlängert.

Ein Spielgestalter auf dem Court

Braydon Hobbs besitzt einen sehr hohen Basketball-IQ und eine exzellente Court-Vision. Er hat immer wieder das Auge für die freien Mitspieler. Es gibt genügend Highlights von ihm. Nicht selten fütterte er seine Teammates mit No-Look-Pässen. Manchmal spielt er zu viel mit Risiko, was man in Spiel zwei der Serie gegen Oldenburg gesehen hat, als er sich hätte foulen lassen müssen, aber stattdessen einen risikoreichen Pass versuchte und ihm somit ein Turnover unterlief, was zur Overtime und dann zur Niederlage Ulms führte.

Aufgrund seiner Größe zumindest offensiv Vorteile, da er so auch einfacher über und um seine Gegner passen kann. Doch der Point Guard ist nicht nur ein ausgezeichneter Passer, denn sein Dreier ist ebenfalls sehr sicher. Der US-Amerikaner kann im Scoring übernehmen, muss aber nicht. Die Kombination aus seinen Passfähigkeiten gepaart mit diesem sicheren Dreier ist für viele Defenses ein Albtraum.

Natürlich ist Hobbs ein großer Guard. Trotzdem reboundet er vor allem für einen Guard sehr gut und pflückt mehr Boards als manche Big Man. In der Verteidigung hat er dank seiner Größe und Wingspan Vorteile, die gegnerischen Würfe zu erschweren. Da die kleineren Gegner meist schneller sind, muss er sich in dieser Hinsicht hin und wieder geschlagen geben.

Sein ehemaliger College-Coach Scott Davenport sagte einmal: „Gute Basketballer punkten, rebounden und verteidigen. Außergewöhnliche Basketballer machen die Leute um sich herum besser – und das macht Braydon.“

 

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Enes Cakmak
Unser Autor Enes Cakmak ist seit Kindesbeinen Basketballfan. In der NBA fiebert Enes mit den Oklahoma City Thunder. Gefragt nach seinen Lieblingsspielern nennt der Autor Russell Westbrook und D.J. Strawberry

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