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Freitag, Juli 23, 2021

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Flo Hartenstein im Interview über die ProB, junge Talente und seinen Sohn mit Blick auf den NBA Draft

DE - Action - Artland Dragons - Florian Hartenstein

Uns stand Flo Hartenstein zu einem Interview zur Verfügung. Der Coach der Artland Dragons spricht mit uns nicht nur über die vergangene und bevorstehende ProB Saison, sondern gibt uns auch einen Einblick in Sachen NBA Draft seines Sohnes. Zudem äußert sich der Coach zum Thema hoffnungsvolle Talente bei den Artland Dragons.

BBLProfis: Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben Wie bewerten Sie die abgelaufene NBBL-Saison und die abgelaufene ProB-Saison, als Sie kurz vor den Playoffs zum Headcoach ernannt wurden?
Hartenstein: Die NBBl-Saison ist für uns eigentlich ganz gut gelaufen. Klar haben wir das Ziel, das wir uns vorgenommen haben, ins Finale zu kommen, nicht erreicht. Trotzdem können wir von Erfolg reden, gerade weil wir uns in den letzten fünf Jahren vier Mal für das Top Four qualifiziert haben.

In der ProB haben wir das Ziel ganz klar verpasst. Wir haben die Mannschaft im Januar übernommen und haben eine andere Struktur reingebracht. Wir hatten das Ziel gehabt unter die ersten Vier zu kommen und sind dann leider in der ersten Runde der Playoffs ausgeschieden. Von daher haben wir das Ziel nicht erreicht, aber das ist in so einer Saison mit Trainerwechsel und allem drum und dran auch schwierig.

BBLProfis: Sie sind sowohl Herren- als auch U19-Coach. Wo sind die größten Unterschiede zwischen beiden Teams?
Hartenstein: Wahrscheinlich sind es die körperlichen Gegebenheiten. Man merkt in der ProB ganz klar, dass die Spieler körperlich weiter entwickelt sind. Klar gibt es auch erfahrungsbedingte Aspekte. Manche Spieler haben mehr spielerische Erfahrung, da sie schon länger spielen, aber ich würde sagen, dass bei der körperlichen Verfassung, vor allem bei den Muskeln, der Vorteil bei der ProB liegt.

BBLProfis: Wie sieht es in der kommenden Saison um die jungen Spieler aus? Rückt Karl Potratz in den ProB-Kader auf? Wie geht es bei Thorben Döding und Johann Potratz weiter? Noch ein Jahr NBBL oder werden die beiden in den ProB-Kader aufrücken?
Hartenstein: Karl Potratz wird Medizin studieren und bei ihm wird es darauf ankommen, wo er studieren wird. Auch bei Johann Potratz und Thorben Döding stellt sich die Frage, wo sie studieren wollen. Das wird sich in den nächsten Wochen herausstellen, wie es mit ihnen weitergeht.

BBLProfis: Mit Radii Caisin rückt ein vielversprechendes Talent in den NBBL-Kader auf. Wie sieht es um Luc van Slooten aus? Wird er noch ein Jahr in der JBBL spielen oder wird er ebenfalls im NBBL-Kader eingeplant?
Hartenstein: Wir werden versuchen, ihn in der NBBL einzuplanen. Er wird wahrscheinlich auch in der ProA bei Vechta mit eingeplant. Wir müssen schauen, wie er es zeitlich mit Schule und allem schafft, aber spielerisch gesehen würden wir ihn in der NBBL mit einplanen.

BBLProfis: Wie finden Sie die neue Homegrown-Regel, dass der Spieler zwischen seinem 13. und 19. Lebensjahr für mindestens drei Spielzeiten für den Bundesligisten oder seinen Kooperationspartner am Spielbetrieb teilgenommen haben muss und Teilnahmeberechtigung im Jugendbereich nicht mehr erforderlich ist?
Hartenstein: Es gibt positive und negative Sachen. Ich finde es gut, dass man die Deutschen weiterhin fördert und es im Vordergrund steht. Aber es gibt natürlich auch so Fälle: Wir haben mit Daniel Lavrinovicius einen Litauer hier, der sich hier sehr gut entwickelt hat. Für ihn wird es jetzt schwieriger. Er hätte ein Jahr früher kommen können, dann wäre er im nächsten Jahr Local Player. So ist es schwer, ihn regelmäßig einzusetzen. Im Großen und Ganzen ist es eine positive Überlegung, da man ja drauf achten muss, dass sich primär die deutschen Spieler entwickeln.

BBLProfis: Was glauben Sie, was ist das Maximum, was man am Standort Quakenbrück erreichen kann, mit der geringen Einwohnerzahl, der finanziellen Lage etc.? Könnte man in ein paar Jahren wieder in der BBL spielen?
Hartenstein: Es ist auf jeden Fall sponsorenabhängig. Möglich ist es auf jeden Fall. Es ist auch davon abhängig, wie viel die Sponsoren investieren können und wie gut wir in den nächsten Jahren unsere Arbeit machen. In der Korrelation zwischen unserer Arbeit und dem Willen der Sponsoren, glaube ich, ist alles möglich. Was am Ende herauskommt, ist immer eine finanzielle Sache. Es kommt darauf an, wie viele Sponsoren man hat und wie viel sie geben können.

BBLProfis: Sie selbst haben in den USA am College gespielt. Was würden Sie den talentierten deutschen Spielern raten? College-Basketball, NBBL oder ein Wechsel zu einem Topverein im Ausland?
Hartenstein: Es ist unterschiedlich. Für die Toptalente ist in meinen Augen der europäische Basketball besser, da sie mehr an sich arbeiten und intensiver trainieren können. Am College können sie nicht so viel Individualtraining machen wie hier in Europa. Daher glaube ich, dass die Talente in Europa besser aufgehoben sind, sei es Deutschland, Spanien, Griechenland oder was sie machen wollen.

Spieler, die eine College-Erfahrung haben möchten, können das machen, da es sehr viel Spaß macht. Wenn man aber primär auf individuelle Verbesserungen oder eine Profikarriere arbeiten möchte, dann glaube ich, dass man im europäischen Basketball gegen härtere und erfahrenere Gegner besser aufgehoben ist.

BBLProfis: Ihr Sohn Isaiah Hartenstein wechselte zu Zalgiris Kaunas und wurde vor kurzem auch litauischer Meister. War der Wechsel für Sie im Nachhinein der richtige Schritt?
Hartenstein: Für Isaiahs Entwicklung war es sehr gut, gerade was die Mentalität betrifft. Er musste dort jedes Mal auf einem hohen Level gegen litauische Nationalspieler und australische Nationalspieler trainieren und wurde in jedem Training dementsprechend herausgefordert. Von daher glaube ich schon, dass es für ihn körperlich und mental eine gute Entscheidung war.

BBLProfis: Abschließend noch folgende Frage: Bald steht die Draftnacht in der NBA an. Ihr Sohn wird mit sehr großer Wahrscheinlichkeit in der ersten Runde ausgewählt. Wenn Sie sich eine Franchise aussuchen dürften, die Ihren Sohn pickt, welche wäre es und warum?
Hartenstein: Vom Prinzip ist ist es mir eigentlich egal, von wem Isaiah gedrafted wird. Für die Familie wäre es schön, wenn er von Portland gedrafted wird, da wir dort unsere Familie dort haben und wir aus Oregon kommen, aber am Ende würden wir uns über jeden Draft freuen, den er bekommen würde.

Vielen Dank für die Zeit und die offenen Worte Flo Hartenstein!

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Enes Cakmak
Unser Autor Enes Cakmak ist seit Kindesbeinen Basketballfan. In der NBA fiebert Enes mit den Oklahoma City Thunder. Gefragt nach seinen Lieblingsspielern nennt der Autor Russell Westbrook und D.J. Strawberry

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