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Mittwoch, September 22, 2021

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Wäre eine europäische Basketball-Liga sinnvoll?

Der Eurostep ist ja ganz nett, aber der hinterhältige Side-to-Side-Move, der zum Arsenal eines jeden Slashers gehört, repräsentiert kaum das Ausmaß des europäischen Einflusses auf das NBA-Spiel.

In den letzten drei Jahrzehnten – und insbesondere seit der Jahrtausendwende – hat der europäische Basketball den Stil, das Scouting und die Struktur der NBA massiv verändert.

Auch wenn das olympische Basketballturnier wieder mal die Kraftverhältnisse offen dargestellt hat, scheint jetzt der perfekte Zeitpunkt zu sein, um zu untersuchen (und zu würdigen), auf welche Weise der europäische Basketball das Produkt in den USA verbessert hat.

Stil und Substanz

Die klischeehafte Einschätzung des europäischen Basketballs ist zumindest teilweise zutreffend. Wenn Sie sich ein Spiel des FC Barcelona Regal in Spanien oder von Maccabi Tel Aviv in Israel ansehen, werden Sie sofort bemerken, wie der Ball durch die Gegend fliegt, selten gestoppt und immer auf der Suche nach dem freien Mann. Es ist nicht ganz zutreffend, den europäischen Stil als „uneigennützig“ zu bezeichnen, vor allem deshalb, weil das allgegenwärtige Ziel der Spieler der etwas egoistische Wunsch ist, zu gewinnen. Der Hauptunterschied besteht jedoch darin, dass europäische Spieler in einem Basketballumfeld entwickelt werden, das eine wertvolle Wahrheit lehrt: Es ist viel einfacher zu gewinnen, wenn fünf Spieler zusammenarbeiten, als wenn ein Star die Aufgabe allein erledigt.

Einfach ausgedrückt: Das europäische Spiel hat Stil. Und da immer mehr ausländische Spieler ihren Weg in die NBA finden, ist dieser Stil eine willkommene Bereicherung für eine Liga, die immer noch unter einem langsamen Tempo und isolationslastigen Spielweisen leidet. Und so werden auch die europäischen Topligen auf Anbietern wie Comeon Deutschland immer beliebter und geschätzter.

Scouting

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Teams ohne viel Zeit für internationales Scouting auskommen konnten. Aber das ist heute sicher nicht mehr der Fall.

Europäische Talente sind heutzutage ein hoch geschätztes Gut, und das nicht nur aus den bereits erwähnten Gründen. Aus finanzieller Sicht macht es durchaus Sinn, ein potenzielles Juwel ausfindig zu machen, es zu verpflichten und es dann im Ausland zu verstecken, während es sein Spiel in einem anderen Team vervollkommnet. Sobald der Spieler genügend Erfahrung gesammelt hat (und sein Team bereit ist, ihn aus seinem Vertrag zu entlassen), kann die NBA-Mannschaft, die ihn gedraftet hat, ihre Rechte ausüben und ein fertiges Produkt an Land ziehen.

San Antonio verpflichtete 2007 Tiago Splitter, ein Brasilianer. Er spielte jedoch bis 2010 weiterhin für das spanische Team, das ihn als 15-jährigen Nachwuchsspieler verpflichtet hatte. Splitter entwickelte sich auf Kosten von Baskonia, während sich die Spurs auf die Fortschritte der Spieler in ihrem eigenen Kader konzentrieren konnten.

Kein Weg zurück

Die NBA ist durch den Kontakt mit dem europäischen Basketball besser dran, und sei es nur, weil der Vergleich zwischen beiden einige der offensichtlichen Schwächen des amerikanischen Systems hervorhebt. Aber so ist das mit neuen Ideen in jeder Disziplin: Je mehr man mit neuen Denkansätzen in Berührung kommt, desto besser werden die eigenen Denkprozesse. Die europäischen Spieler haben die Art und Weise, wie das Spiel gespielt wird, verändert, und die Mannschaftsaufbaumodelle der ausländischen Profiligen werden immer mehr an Einfluss gewinnen. Und daher wäre es nicht sinnig, eine pan-europäische Liga auszurufen, um mit der NBA gleichzuziehen, sondern ihr eigenes Ding durchzuziehen.

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